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Der Naturgarten-Pionier Rasenmäher sind ihm ein Graus

Der Solothurner Urs Schwarz (90) ist Begründer der Naturgarten-Idee. Er glaubt, dass sie sich durchsetzt. Irgendwann.

Mann
Legende: Urs Schwarz ist mit 90 Jahren noch fit und munter. Welches Kraut hilft? «Kein Kraut», lacht der Biologe, «sondern das feine Essen meiner Frau». SRF

Urs Schwarz hat keinen Laubbläser. Einen Rasenmäher hat er auch nicht. Er braucht keinen. In seinem Garten in einem Einfamilienhaus-Quartier in der Stadt Solothurn lässt er die Natur walten. Nur was auf den Gehweg hinauswächst wird zurückgeschnitten.

Buch mit Titel "Der Naturgarten"
Legende: Das Buch von Urs Schwarz aus dem Jahre 1980 wurde zu einem Klassiker und verkaufte sich über 100'000mal. SRF

1980 sorgte Urs Schwarz mit einem Buch für Aufsehen. Der damalige Biologie-Lehrer an der Kantonsschule Solothurn lancierte den Kampf gegen den klassischen Hausgarten mit kurzgeschnittenem Rasen und sauber gestutzten Thuja-Hecken. Er begründete die Naturgarten-Philosophie: Nur noch Einheimisches sollte in Schweizer Gärten wachsen.

Waldlichtung
Legende: Neben dem Haus von Naturgarten-Pionier Urs Schwarz sieht es aus wie auf einer Waldlichtung. Das ist gewollt. SRF

Knapp 40 Jahre später: In Schweizer Gärten zieht der Rasenmäher-Roboter seine Runden. Noch immer dominiert der kurzgeschorene Standardrasen, Unkraut wird bekämpft. Ist die Naturgarten-Philosophie gescheitert?

«Sie hat sich nur noch nicht durchgesetzt», relativiert Urs Schwarz im Gespräch mit SRF. Früher habe es gar keine Naturgärten gegeben in der Schweiz, heute seien es geschätzt zwischen fünf und zehn Prozent – das sei ein Erfolg. Schwarz sieht seine Idee an immer mehr Orten umgesetzt, das freut den Biologen.

Pflanze wächst zwischen Bodenplatten
Legende: Durch den Garten von Urs Schwarz führt ein Gehweg. Auch zwischen den Boden-Platten darf Leben spriessen. SRF

Und was hält der Naturgarten-Pionier von den neumödischen Steingärten, die sich um immer mehr Schweizer Einfamilienhäuser ausbreiten? «Jedem Tierchen sein Pläsierchen», zitiert Urs Schwarz ein altes Sprichwort und nimmt es locker. «Ökologisch ist das aber natürlich gar nichts wert», stellt der 90-Jährige klar.

In seinem Garten sieht man kaum Steine. Überall wuchert das Grün. Sogar zwischen den Gartenplatten spriesst Kraut hervor. Natürlich einheimisches.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Die Natur setzt sich immer durch. Wir sind ka auch Natur. Nicht immer ganz ohne ,Sondermüll'. Spätestens wenn der homo bellucus et oeconomicus sich in seinem autodesructioprgramm erfolgreich wieder zu humus geworden ist...wird es für die Natur heissen: Kobra übernehmen sie....Es wird dann sichet noch ein paar Pflanzen-Menschen-Microorganismen-'Hybride' geben und Ursula le Guin schaut dann schmunzelnd auf diese neue Vielfalt runter...
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