Der Samichlaus zieht ein – Brauchtum in Spreitenbach

Er ist nicht der Hampelmann mit der roten Zipfelmütze, sondern eine würdige Gestalt mit Mitra und Stab. In Spreitenbach ist das Samichlaus-Brauchtum sehr lebendig. Vorbild für den Nikolaus ist ein Heiliger, der Bischof von Myra aus der Türkei.

Samichlaus unterwegs

Bildlegende: Ein Spreitenbacher Samichlaus unterwegs in Begleitung von Schmutzli und Dienerin. zvg

Das ganze Jahr ist der Samichlaus von Spreitenbach schwer beschäftigt. Er reist in der Welt herum, sammelt dort Lebkuchen und hier Mandarinen. Aber pünktlich zu Beginn der Adventszeit trifft er wieder in Spreitenbach ein.

Und die Bevölkerung empfängt ihn mit Begeisterung. Fackeln erleuchten seinen Weg, Tambouren geben den Takt an, die ganze Bevölkerung versammelt sich zum Einzug in die Kirche.

Dort wird der Samichlaus (er existiert in Spreitenbach in zehnfacher Ausführung) gesegnet, dann zieht der Nikolaus aus ins Dorf und verteilt Süssigkeiten und Mahnsprüche.

Samichlaus mit Insider-Wissen

Viele Familien bestellen den Samichlaus auch zu sich nach Hause. Und das sind für Patrick Geissmann, den Vizepräsidenten der St. Nikolaus-Gesellschaft Spreitenbach, die schönsten Momente: «Mich faszinieren am meisten die Augen der Kinder. Wenn man diese Augen sieht, wie sie glänzen oder auch etwas ängstlich sind, das ist wunderbar.»

In einem grossen, roten Buch hat der Samichlaus alles aufgeschrieben, was er Gutes und Schlechtes weiss über die Kinder von Spreitenbach. Und er weiss viel. Denn seine Dienerin und Buchträgerin ist das ganze Jahr unterwegs und spricht mit den Kindern. Dabei erfährt sie unglaublich viel, und alles kommt ins Buch.

Die Spreitenbacher Samichläuse grenzen sich bewusst vom Weihnachtsmann nach angelsächsischem Vorbild ab. Patrick Geissmann: «Wir sind nicht in einer roten Kutte unterwegs, sondern im Bischofsgewand. Der Samichlaus ist etwas Spezielles. Wir legen Wert auf die Verbindung zur Kirche, sind aber konfessionell nicht gebunden.»