Der Solothurner Literaturpreis geht an Franz Hohler

Der 70-jährige Autor Franz Hohler wird erneut geehrt: Er erhält den Solothurner Literaturpreis 2013. Eine dreiköpfige Jury hat Hohler zum Preisträger gewählt, weil er «die utopischen Potenziale unseres Alltags auslotet». Der Preis ist mit 20'000 Franken dotiert und wird im Mai übergeben.

Nahaufnahme eines verschmitzt lächelnden Franz Hohlers.

Bildlegende: Franz Hohler kann den mit 20'000 Franken dotierten Literaturpreis im Mai entgegen nehmen. Keystone

«Franz Hohler ist bekannt als Kabarettist, als Performer. Wir haben aber gemerkt: Franz Hohler ist vor allem ein toller Autor.» Das sagt Literaturkritiker Beat Mazenauer. Er ist eines von drei Jury-Mitgliedern, das Franz Hohler nun den Solothurner Literaturpreis 2013 verliehen hat. Die Botschaft dieses Preises sei: «Lest Franz Hohler. Nehmt ihn als Autor wahr und nicht nur als Clown.»

Der Literat Franz Hohler ist unterschätzt

Die Jury habe selber einen Prozess durchmachen müssen, gibt Beat Mazenauer zu. Franz Hohler werde zuerst einmal eben nicht als Literat angesehen. Auch bei den Medienberichten rund um den 70. Geburtstag von Hohler sei vor allem der «Kabarettist Hohler» im Mittelpunkt gestanden.

Dabei sei Franz Hohler ein «begnadeter Erzähler», betont Literaturkritiker Beat Mazenauer im Gespräch mit Radio SRF. Er erzähle Geschichten aus dem Alltag, die aber auch immer eine utopische Komponente hätten. «Franz Hohler fragt immer wieder: Was könnte auch noch sein?» Dabei seien seine besten Geschichten diejenigen, die von Kindern und Erwachsenen gleichermassen gelesen werden könnten.

Solothurner oder nicht?

Franz Hohler wird von Solothurnern gern als Solothurner gesehen. Eigentlich lebt er aber seit Jahrzehnten in Zürich-Oerlikon. Für den Solothurner Literaturpreis spiele die regionale Verankerung aber gar keine Rolle, sagt Jury-Mitglied Mazenauer. «Der Preis ist für Literatur in deutscher Sprache gedacht, so ist die Definition.» Ehemalige Preisträger kommen aus der Schweiz, aber auch aus Deutschland und Österreich.

Immerhin aber findet Mazenauer, dass Franz Hohlers Dialekt immer noch «ein Oltner Dialekt» sei. Und das sei für seine Auftritte vielleicht wichtig, weil diese Sprache ein «mittiger Dialekt» sei und von allen Menschen in der Schweiz gut verstanden werde. Franz Hohler selber schreibt, er sei in Seewen (SO) geboren. Später lebte er in Olten und Aarau.

Der Solothurner Literaturpreis ist mit 20'000 Franken dotiert. Er wird von der Stadt Solothurn und von verschiedenen Privatunternehmen gestiftet. Die Preisverleihung findet am 12. Mai im Solothurner Landhaus statt.

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«Hohler, Franz» - Ein Geburtstagsfilm

56 min, aus Sternstunde Kunst vom 10.3.2013

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