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Aargau Solothurn Derendingen: Gemeinderat sagt Nein zur Stadt und Ja zum Wasseramt

Die Derendinger sollen an der Gemeindeversammlung gegen die Fusion mit der Stadt Solothurn stimmen. Das empfiehlt der Gemeinderat mit 6 zu 5 Stimmen. Gemeindepräsident Kuno Tschumi (FDP) gab den Stichentscheid. Er habe bis zuletzt mit sich gerungen, sagt er.

Legende: Audio Kuno Tschumi im Gespräch (6.11.2015) abspielen. Laufzeit 7:18 Minuten.
7:18 min, aus Regi AG SO vom 06.11.2015.

Fünf Jahre lang hat Kuno Tschumi als Gemeindepräsident das Fusionsprojekt Top 5 in Derendingen vorangetrieben. Als es am Donnerstagabend im Gemeinderat um die Wurst ging und sich alle Räte für oder gegen die Fusion aussprechen mussten, hat Tschumi Nein gestimmt.

Das präsidiale Nein war der Stichentscheid. Von den anderen zehn Gemeinderäten haben sich fünf für und fünf gegen die Fusion ausgesprochen. Alle FDP-Gemeinderäte ausser Kuno Tschumi stimmten für die Fusion, die SP war dagegen, die CVP gespalten.

Derendingen hat sich 40 Jahre fast nicht bewegt, und im Moment erneuert sich fast alles.
Autor: Kuno TschumiGemeindepräsident Derendingen

Als Hauptgrund für seinen Entscheid nennt Kuno Tschumi die Dynamik, welche seine Gemeinde erfasst habe. Während sich in Derendingen lange nichts bewegt habe, werde jetzt fast alles erneuert. Dieser Entwicklungsschritt brauche in den nächsten Jahren die volle Aufmerksamkeit. «In dem Sinn kommt die Fusion zumindest zu früh», sagt Tschumi im Interview mit Radio SRF.

Statt mit der Stadt Solothurn zu fusionieren, möchte Tschumi lieber stärker mit den anderen Gemeinden im Bezirk Wasseramt zusammenarbeiten. Derendingen versteht sich als Tor zum Wasseramt. Sollten Zuchwil und Biberist mit der Stadt fusionieren, könnte Derendingen das neue Zentrum im Rest-Wasseramt werden.

Ich habe bis zum Schluss mit mir gerungen, welches der bessere Weg ist.
Autor: Kuno TschumiGemeindepräsident Derendingen

Biberists Gemeindepräsident Martin Blaser bedauert auf Anfrage den Entscheid des Derendinger Gemeinderats. Es sei ein klares Signal zu Handen der Gemeindeversammlung, aber nicht mehr. Blaser hofft, dass die Derendinger an der Gemeindeversammlung trotzdem auf die Fusion eintreten, damit es wenigstens zu einer Urnenabstimmung kommen könne.

In allen fünf Gemeinden, die am Fusionsprojekt teilnehmen, finden am 8. Dezember Gemeindeversammlungen statt. Nur in jenen Gemeinden, die das Fusions-Projekt dann nicht bereits beenden, finden am 28. Februar 2016 Abstimmungen statt. Es könnte am Schluss also auch zu einer Fusion von lediglich zwei oder drei Gemeinden kommen. Zwingend Ja sagen muss aber die Stadt Solothurn, sonst gibt es keine Fusion.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Er hat recht, denn wir können nicht alles mit allem verschmelzen, nur damit eingespart oder modernisiert werden kann. Man versucht auch immer mehr altes mit neuem zu vermischen, und das geht auch nicht. Etwas gutes altes soll man so lassen wie es ist. Wenn eine gute Zusammenarbeit ohne Fusion nicht möglich ist, stimmt doch etwas nicht, und da sollte man sich hüten auch noch mit Zwang vorzugehen. Wir sind Menschen und ein bisschen Freiheit und Eigenheit muss uns bleiben.
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