Dicke Luft an der Solothurner Herbstmesse

Zum ersten Mal in der Geschichte der Heso, der Solothurner Herbstmesse, dürfen politische Parteien mit einem Stand für sich werben. Doch nur FDP und SVP machen von dieser Möglichkeit Gebrauch. SP, Grüne und BDP monieren: «Wir haben den Einladungsbrief dazu nie gesehen!» Der Heso-Chef ärgert sich.

Eingang zur Herbstmesse Solothurn Heso bei der Rythalle, davor ein rot-weisses Banner.

Bildlegende: Die Premiere mit politischen Parteien an der Herbstmesse Solothurn scheint nicht ganz geglückt zu sein. ZVG

Zum ersten Mal überhaupt dürfen politische Parteien an der Herbstmesse Solothurn (Heso) aktiv sein. Sowohl FDP wie auch SVP nutzen diese Gelegenheit, um unter den 100'000 Besucherinnen und Besuchern Wählerinnen und Wähler zu gewinnen.

Die CVP ihrerseits verzichtet auf einen Heso-Stand. «Das hat der Parteivorstand so entschieden», sagt Präsidentin Sandra Kolly auf Anfrage des Regionaljournals Aargau Solothurn von Radio SRF. Anders tönt es bei der SP, den Grünen und der BDP. Unklar ist vor allem, welche Parteien im Vorfeld Einladungen für einen Parteistand an der Heso erhalten haben.

«  Die Einladung ging an alle Parteien, die im Solothurner Kantonsrat vertreten sind.  »

Urs Unterlerchner
OK Präsident Herbstmesse Solothurn

Das Organisations-Komitee der Heso verschickte mit Datum vom 26. Januar 2015 gegen 2'000 Einladungen an potentielle Austeller. Eben auch an die politischen Parteien des Kantons Solothurn. Die Adressliste des OK's ist komplett. Dennoch gab es Verwirrung.

«  Wir haben diese Einladung nie gesehen.  »

Parteipräsidien
SP, Grüne, BDP

Heso-Chef Urs Unterlerchner reagiert ungehalten auf den Vorwurf, man hätte nicht alle Parteien gleich behandelt. «Wir waren uns stets bewusst, wie politisch heikel die Sache ist. Die Heso hat deshalb mehr als korrekt gehandelt.»

Grüne und BDP relativieren

Nachdem am Wochenende und auch am Montagmorgen die Emotionen bei den Parteien noch hochgingen, relativierten BDP und Grüne im Laufe des Nachmittages ihre Aussagen. Der Brief sei zwar nie angekommen, sagt BDP-Präsident Markus Dietschi. Aber er erinnere sich daran, dass der Heso-Chef bei ihm nachgefragt habe. Und ja: «Es wäre zwar schön, an der Heso präsent zu sein, aber uns fehlen sowieso die Ressourcen.»

Auch Felix Wettstein, Co-Präsident der Grünen relativiert: «Ich selber habe den Brief nie gesehen, aber ich kann nicht sagen, ob er nie bei den Grünen angekommen ist.» Auch die Grünen hätten wohl so einen Stand kaum «stemmen» können, allerdings hätte man sich gerne eine Zusammenarbeit überlegt.

SP zieht Vorwürfe nicht zurück

Franziska Roth, Präsidentin der SO Kanton Solothurn hingegen bleibt überzeugt. «Ich unterstelle dem Heso-OK keine böse Absicht. Aber ich bin mir zu 99,9 Prozent sicher, dass wir keine Einladung bekommen haben.» Es sei spekulativ zu sagen, wie der Vorstand entschieden hätte, so Roth weiter. Aber: «Die SP und ich wären sicher gerne an der Heso, nahe bei den Leuten, präsent gewesen.»