Die Aargauer Gemeinden verbauen ihre Freiräume

Mit dem starken Wachstum vieler Gemeinden im Aargau gehen häufig Freiräume verloren. Die kantonale Landschaftsarchitektin Daniela Bächli fordert deshalb, dass sich die Gemeinden mehr Gedanken machen darüber, wie sie die Natur in ihren Gemeindegebieten schöner gestalten können.

Brown-Boveri-Platz Baden

Bildlegende: Freiräume entstehen nicht von selber: Sie müssen gut gestaltet sein. Hier der geplante Brown-Boveri-Platz in Baden. SRF

Wegen der verdichteten Bauweise in den Gemeinden gehen häufig Freiräume für die Bewohner verloren. Daniela Bächli von der Aargauer Abteilung Siedlungsentwicklung kritisiert dies: «Immobilien-Investoren kümmern sich häufig nur um die Gebäude und nicht um die Umgebungsgestaltung.» Zudem gehen viele Wiesen und freie Flächen verloren, weil sie bebaut werden.

Gemeinden sollten sich mehr Gedanken machen

Friedhofpark

Bildlegende: Ein ehemaliger Friedhof im Quartier Martinsberg ist heute ein öffentlicher Stadtpark. SRF

Die Gemeinden stellten sich bisher stets auf den Standpunkt, dass die Natur ja gleich vor der Haustüre sei. «Dies ist in den stark wachsenden Gemeinden jedoch nicht mehr der Fall – die Natur rückt immer weiter weg», sagt Landschaftsarchitektin Daniela Bächli. Gerade Senioren und Kinder seien jedoch angewiesen auf Freiräume und Natur in der Nähe, denn sie können meist keine weiten Wege zurücklegen.

Freiraumkonzepte könnten hilfreich sein

Park Villa Boveri

Bildlegende: Park der Villa Boveri in Baden: Die Stadt hat dank der vielen Villen aus der Blütezeit der BBC heute viele Freiflächen. SRF

Daniela Bächli entwickelt für die Gemeinden im Aargau Freiraumkonzepte. In diesen zeigt sie auf, wo es Freiräume hat und wo man noch welche schaffen sollte. «Mit so einem Konzept kann man Investoren dann mit einer Grundlage begegnen und sie zu einem gemeinschaftlichen Freiraum verpflichten», sagt Bächli. Sie hofft, dass die Gemeinden noch rechtzeitig reagieren und nicht alle ihre bestehenden Freiräume verbauen.