Zum Inhalt springen
Inhalt

Aargau Solothurn «Die Arbeit im Bundeshaus ist ein Knochenjob»

Sie entscheiden mit über den Preis der Autobahn-Vignette oder über die allgemeine Wehrpflicht: Beat Flach (GLP) und Urs Schläfli (CVP) vertreten unsere Region im Nationalrat. Die Arbeit während der Session sei hart, sagen beide. Und sie betonen: Die Arbeit der politischen Mitte sei erfolgreich.

Beat Flach und Urs Schläfli sind Neulinge im Berner Nationalratssaal. Der grünliberale Aargauer und der christdemokratische Solothurner wurden im Dezember 2011 gewählt, vor genau einem Jahr also. Beide blicken mit Begeisterung auf ihr erstes Jahr im Bundeshaus zurück.

«Die kleinen politischen Erfolge machen Spass», sagt Beat Flach. «Man lernt sehr viel», meint Urs Schläfli.

Unterschiedliche Positionen auch in der Mitte

In politischen Fragen sind sich die beiden häufig einig. Immerhin: In Nuancen unterscheiden sich ihre Positionen, wie ein Gespräch im Regionaljournal von Radio SRF 1 zeigt. Beide wehren sich zum Beispiel gegen die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht.

Eine entsprechende Initiative ist für nächste Woche traktandiert. Die beiden Mitglieder der sicherheitspolitischen Kommission wollen von diesem Volksauftrag nichts wissen. Ihre Argumente unterscheiden sich aber. Urs Schläfli befürchtet, dass der Armee das Personal ausgehe. Beat Flach hingegen möchte zuerst die Armee reformieren, und erst dann über die Wehrpflicht entscheiden.

Autobahnvignette: 70 oder 100 Franken?

Portrait Beat Flach
Legende: Der grünliberale Aargauer Beat Flach ist ein begeisterter Mitte-Politiker. Keystone

Bei der geplanten Preiserhöhung der Autobahn-Vignette liegt der politische Unterscheid bei 30 Franken: Urs Schläfli unterstützt den Antrag des Bundesrates, dieser möchte den Preis von 40 auf 100 Franken erhöhen. Beat Flach will nur 70 Franken für die Vignette bezahlen.

Aber nicht etwa, weil er die Autofahrer schonen will. «Es braucht gar nicht so viel Geld, weil wir gar nicht so viele neue Strassen brauchen», sagt der Grünliberale. Er möchte lieber die bestehenden Strassen besser nutzen: Schnellbusse sollten auf dem Pannenstreifen fahren dürfen, findet Beat Flach.

«Es ist ein Knochenjob, man hat ständig zu wenig Schlaf»

Einig sind sich die beiden hingegen in einer Frage: Die Politik in Bern kann ganz schön anstrengend sein. «Es ist ein Knochenjob, man hat ständig zu wenig Schlaf», sagt Beat Flach.

«Politik ist anstrengend», das sagen beide

Das beste Beispiel dafür ist die anstehende 6. IV-Revision. Das äusserst komplexe Geschäft bringt beide Miliz-Parlamentarier an ihre Grenzen. «Da brauche ich Hilfe. Ich habe mir von meiner Aargauer Kollegin Ruth Humbel das Geschäft erklären lassen», sagt Urs Schläfli. Überhaupt gibt der gelernte Landwirt zu: «Wenn man kein Jurist ist, dann muss man viel lernen über die Gesetzgebung.»

Man muss viel lernen, wenn man kein Jurist ist
Portrait von Urs Schläfli
Legende: Der Solothurner CVP-Nationalrat Urs Schläfli hat in Bern viel gelernt. Keystone

Diese Herausforderung mache aber auch den Reiz der Arbeit in Bern aus. «Früher habe ich ein paar Schlagworte in der Zeitung gelesen und mir dann innerhalb von fünf Minuten eine Meinung gebildet. So habe ich entschieden, ob die in Bern oben das richtig machen oder nicht.» Nun wisse er, sagt Urs Schläfli, dass es oft viel komplizierter sei.

Hass oder Liebe zwischen GLP und CVP?

Kompliziert ist auch die Beziehung zwischen den beiden Parteien GLP und CVP. Urs Schläfli betont die vielen Gemeinsamkeiten. Er begrüsst denn auch die Idee einer Mitte-Koalition im Kanton Solothurn.

Beat Flach aber gibt Reibungsflächen zu: «Natürlich haben die alten Mitte-Parteien nicht auf uns Grünliberale gewartet, auch die CVP nicht. Das lassen sie uns auch ab und zu spüren.» GLP und CVP, Beat Flach und Urs Schläfli: Sie streiten sich zwar nicht, aber bedingungslose Liebe ist es trotzdem nicht.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.