Wahlen Gemeinderat Die FDP verliert in Solothurn einen Sitz - mit Pech

Im Gemeinderat von Solothurn hat die FDP künftig einen Sitz weniger. Sie verliert ein Mandat an die SP. Damit wird die SP im Rat zur stärksten Kraft. Was die Realität nur zum Teil abbildet.

Blick auf die Aare in Solothurn

Bildlegende: Die Stadt Solothurn bleibt vorerst freisinnig geprägt, nur nicht im Gemeinderat. SRF

Es ist die Listenverbindung zwischen SP und Grünen, welche der SP nun einen Sitzgewinn beschert hat. Sie kommt neu auf 9 Mandate im Gemeinderat und ist damit die stärkste Kraft, noch vor der FDP mit neu 8 Mandaten (siehe Grafik).

Gemeinderat Solothurn Die SP gewinnt einen Sitz auf Kosten der FDP. Alle anderen Parteien können ihre Sitze halten. Allerdings bleibt die FDP die wählerstärkste Partei in der Kantonshauptstadt (27,6 Prozent), die SP kommt auf (26,4 Prozent), gewinnt den zusätzlichen Sitz nur dank der Listenverbindung mit den Grünen.

Allerdings: Die FDP bleibt die stärkste Kraft in der Stadt. Beim Wähleranteil haben die Freisinnigen die Nase nämlich weiterhin vorne. Sie verlieren zwar, kommen aber immer noch auf 27,6 Prozent. Die SP kommt auf 26,4 Prozent Wähleranteil, liegt also mehr als einen Prozentpunkt tiefer.

Auch die CVP profitiert von ihren Listenverbindungen mit GLP und EVP: Sie verliert nämlich deutlich Wähleranteile. Vor vier Jahren erreichten die Christdemokraten noch 18 Prozent, nun sind es noch 14,2 Prozent. Bei den restlichen Parteien gibt es geringe Verschiebungen.

Erstes Duell Fluri/Roth

Der Gemeinderat ist das vollziehende und verwaltende Organ der Gemeinde mit Exekutivfunktion. An dessen Spitze steht der Stadtpräsident. Seit 24 Jahren ist das der 61-jährige Nationalrat Kurt Fluri (FDP) - und will es auch in den nächsten vier Jahren bleiben.

Mit der Wiederwahl in den Gemeinderat hat er die erste Hürde geschafft. Fluri erzielte mit 2816 Stimmen das beste Resultat aller Kandidierenden. Auf der SP-Liste erzielte Franziska Roth mit 2407 Stimmen das beste Resultat.

Die Präsidentin der SP Kanton Solothurn wird am 2. Juli den «König von Solothurn» bei der Stadtpräsidentenwahl herausfordern. Es sei Zeit für einen Wechsel, betonte die 51-jährige Kantonsrätin und Heilpädagogin.