Die «heissen Zellen» des Hotlabors am PSI Villigen

Das Hotlabor am Paul Scherrer Institut PSI in Villigen braucht eine neue Bewilligung für den Betrieb. Seit 1965 gibt es das Labor, die Anlage ist in der Schweiz einzigartig. Über 30 Mitarbeiter arbeiten hier und forschen an radioaktiven Proben und Brennstäben. Doch was sind die künftigen Aufgaben?

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Strengste Sicherheitsvorkehrungen im Hotlabor

3:52 min, aus Schweiz aktuell vom 17.3.2016

Das Hotlabor erhielt 1965 vom Bund die Betriebsbewilligung mit radioaktiven Stoffen zu arbeiten. Nun, nach 50 Jahren, gilt es diese Bewilligung zu verlängern. In den 50 Jahren ist viel passiert, technischer Fortschritt, Diskussionen über den Atomausstieg, usw. Was macht das Labor heute und braucht es das Hotlabor trotz geplantem Atomausstieg künftig noch?

Das Hotlabor ist eine Experimentieranlage zur gefahrlosen Untersuchung hoch toxischer, radioaktiver Substanzen. So beschreibt das PSI selbst die Anlage. Damit man radioaktive Stoffe untersuchen kann, braucht es eine sichere, technisch ausgeklügelte Einrichtung. Diese ist im Hotlabor gegeben.

Messegeräte hinter dicken Fensterscheiben

Das Spannende: Proben können nicht einfach so untersucht werden. Aufgrund der Radioaktivität müssen Messgeräte abgeschirmt werden. Viele Prozesse sind deshalb fernbedient. Die radioaktiven Proben sind hinter dicken Scheiben, strahlungssicher, angebracht. Eine komplexe Lüftungsanlage hilft den Forschern bei ihrer Arbeit.

Ein Kontrollraum überwacht das Ganze. Das Nuklearmaterial ist auch gegen Sabotage oder Diebstahl gesichert. Die Stromversorgung ist nonstop garantiert. Die Reportage im Hochsicherheitslabor gestaltet sich auch für den Reporter nicht ganz einfach. Schutzanzug für die Reportage, Strahlungstests für Reporter und Mikrofon danach – der Aufwand, um die 50-jährige Einrichtung zu besuchen, ist gross.