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Aargau Solothurn Die Lohner lieben ihre amerikanischen Tannen

Schon seit 125 Jahren stehen im Wald von Lohn-Ammannsegg bis zu 55 Meter hohe Douglasien. Nun sollen 300 weitere gepflanzt werden. Dass es sich um eine ausländische Baumart handelt, kümmert die Lohner nicht. Die Douglasien sind längst zum Erkennungsmerkmal der Solothurner Gemeinde geworden.

Drei einzelne hohe Bäume und daneben viele weniger hohe
Legende: So sehen die Douglasien von Lohn aus. Sie können bis zu 55 Meter hoch werden und überragen die anderen Bäume bei Weitem. zvg / Rudolf Luterbacher

Vom Weissenstein herab und vom Emmental aus sind sie zu sehen: Die hohen Bäume im Wald von Lohn-Ammannsegg. Es handelt sich um Douglasien, Tannen aus Nordamerika.

«Das ist ein Erkennungszeichen unseres Dorfes», schwärmt Rudolf Luterbacher, der Forstverantwortliche der Bürgergemeinde Lohn: «Viele Leute sagen: Aha, bei den Douglasien, da ist Lohn-Ammannsegg.»

125 Jahre alte Tradition

Zu verdanken haben die Lohner ihre Douglasien dem Förster Rudolf Stuber. Der vermögende Förster hat um 1890 eine Amerika-Reise unternommen und Samen in die Heimat mitgebracht. Die Bäume haben sich prächtig entwickelt, die höchste Lohner Douglasie hat eine Höhe von 55 Meter erreicht. In Europa können die Douglasien 60 Meter hoch werden, die höchste je gefundene war 133 Meter hoch.

Nun will die Bürgergemeinde 300 neue Douglasien anpflanzen. Sie will eine Lücke im Wald schliessen, die ein Sturm vor fünf Jahren hinterlassen hat. Von selber sind dort bislang keine neuen Bäume gewachsen.

Nicht einheimisch, aber heimisch

Müsste man zur Aufforstung nicht besser einheimische Bäume nehmen? Das sei nicht zur Diskussion gestanden, sagt Rudolf Luterbacher. Douglasien hätten halt Tradition: «Nach 125 Jahren kann man auch nicht mehr sagen, die Douglasie sei nicht einheimisch. Für Lohn ist es mindestens eine heimische Baumart.»

Der Kreisförster hat den Lohnern grünes Licht gegeben, und auch die Bürger und Einwohner haben nichts gegen die Aufforstung mit amerikanischen Tannen. Im Gegenteil: Eine Spendenaktion der Bürgergemeinde hat sich in wenigen Tagen zum Renner entwickelt.

Verkaufsaktion ist der Renner

Zur Finanzierung der 6000 Franken teuren Aufforstung hat sich die nicht auf Rosen gebettet Bürgergemeinde Folgendes ausgedacht: Mit 20 Franken kann sich jeder seine persönliche Douglasie kaufen.

Schon nach vier Tagen waren 100 Bäume verkauft, freut sich Rudolf Luterbacher. Für die Lohner seien die Douglasien halt nicht wegzudenken, erklärt er sich den Erfolg.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pur l'art)
    Man hat seinerzeit diese amerikanische Tannen als Ersatz für die Weisstanne gepflanzt, da sie ebenfalls wie die Weisstanne trockene Standorte verträgt und sich als Holz besser verkaufen lässt. Das trifft auf den Schwarzwald zu, der seinen Namen eben von den Tannen her hat. Sonst wurden und werden in der Regel Fichten gepflanzt, die aber meistens den Standort nicht besonders gut vertragen und sehen dementsprechend mickrig wie alte Besen aus.
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