Die Luterbacher Crevetten kommen in den Aargau

Der Testbetrieb mit der Züchtung von Crevetten im Kanton Solothurn war erfolgreich. Am bisherigen Standort auf dem Borregaard-Areal in Luterbach kann die Zuchtanlage aber nicht bleiben. Die Crevetten-Züchter suchten schon länger einen neuen Standort, nun wurden sie in der Nähe fündig.

Die Testanlage der Firma SwissShrimp steht auf dem Areal der ehemaligen Zellulose-Fabrik Borregaard. Auf Ende August muss die Firma den Testbetrieb aber einstellen, da das Areal vom Pharmakonzern Biogen gebraucht wird.

Dies ist aber keine Überraschung für die Züchter, sie sind schon länger auf der Suche nach einem Standort für die neue Zuchtanlage, nun sind sie in der Nähe fündig geworden.

Crevetten-Züchter nutzen Abwärme

Der neue Standort für die Crevetten-Zucht wird im Kanton Aargau sein, das bestätigt Geschäftsführer Rafael Waber gegenüber Radio SRF. Wo genau, will er aber noch nicht verraten. «Wir wären gerne im Kanton Solothurn geblieben, haben aber innerhalb nützlicher Frist keinen geeigneten Standort gefunden.»

Wichtigstes Kriterium ist nämlich, dass die Crevetten-Züchter kostenlos die Abwärme eines anderen Betriebs nutzen können. Die Crevetten brauchen für die Zucht warmes Salzwasser und das Heizen der Becken wäre zu kostenintensiv.

Laut Waber kostet der Bau der neuen Zuchtanlage im Aargau vier bis sechs Millionen Franken. Finanziert wird er mit einer Erhöhung des Aktienkapital. Der SwissShrimp-Geschäftsführer ist überzeugt, dass es einen Markt gibt für seine frischen Schweizer Crevetten. In der Schweiz würden jährlich insgesamt 9000 Tonnen Crevetten gegessen.

Bis zu 120 Tonnen Crevetten pro Jahr

Handfläche auf der eine Ladung weiss-brauner Shrimps liegt

Bildlegende: Bald sollen in Luterbach die ersten Shrimps geerntet werden. Keystone (Symbolbild)

«Wir planen zu Beginn eine Anlage für 30 Tonnen Crevetten pro Jahr, später wollen wir auf 90 Tonnen ausbauen.» Denkbar sei weiter, mit einer zweiten Anlage auf bis zu 120 Tonnen zu kommen. Potenzielle Abnehmer, zum Beispiel Restaurants, hätten bereits Interesse signalisiert.

Derweil konnte SwissShrimp im Juli die ersten Crevetten in der Testanlage in Luterbach ernten. «Wir haben quasi als Test 50 Crevetten geerntet. Im August folgen dann mehrere tausend Stück», sagt Rafael Waber. Die Crevetten seien etwa so lang wie Kugelschreiber, so dick wie ein Daumen und etwa 30 Gramm schwer. Diese Crevetten kämen aber noch nicht in Restaurants.

Viel Geld ausgegeben, nichts eingenommen

«Wir verkaufen keine Crevetten aus der Testanlage, wir verschenken sie an unsere Unterstützer und Geldgeber», so Waber. Seit fünf Jahren arbeitet er an der Crevettenzucht. Eine Viertelmillion Franken hat SwissShrimp bereits investiert, daran verdient hat das Unternehmen bisher noch keinen Franken.

Mit der Testanlage wollte die Firma Erfahrungen sammeln. Einerseits zur Zucht selber: «Die Zucht stellte sich als schwierig, aber machbar heraus.» Das Wichtigste sei hierbei die Wasserchemie. Man müsse mit den Wasserwerten umgehen können. Andererseits gewann das Unternehmen Erkenntnisse zum Bau solcher Anlagen und zum Umgang mit den Behörden.