«Die Politik in St. Gallen war lösungsorientierter»

In der Gesprächsreihe an der Olma geht das Regionaljournal auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Kantons Aargau und der Ostschweiz ein. Im ersten Talk stand Frau Gemeindeammann von Neuenhof, Susanne Voser, Red und Antwort. Die CVP-Frau sparte nicht mit Kritik an der Aargauer Politik.

Zwei Menschen auf einer Bühne mit Mikrofonen in der Hand sprechen miteinander

Bildlegende: Susanne Voser erzählt im Gespräch mit Mario Gutknecht von ihrer Zeit im Kanton St. Gallen. Urs Tanner/SRF

Kaum eine andere Politikerin dürfte die beiden Kantone Aargau und St. Gallen so gut kennen, wie Susanne Voser, Frau Gemeindeammann von Neuenhof. Sie lebte 17 Jahre in der Ostschweiz, betrieb dort eine Käserei, sass im Gemeinderat von Wattwil und im St. Galler Kantonsparlament.

Danach kehrte sie in den Aargau zurück, und zwar nach Neuenhof, wo sie aufgewachsen ist. Seit 2012 ist Susanne Voser auch Frau Gemeindeammann von Neuenhof.

Die CVP-Politikerin konnte also beide Regionen gut kennenlernen. Und sie sieht grosse Unterschiede: Etwa dass der Kanton Aargau politisch gesehen viel weiter rechts stehe. Zudem würden Aargauer Politiker härter miteinander umgehen. «Die Aussagen der Politiker sind zum Teil nicht auf der sachlichen, sondern auf der emotionalen Ebene», so Voser. Dies nütze der Sache nicht.

Aargau konservativer als St. Gallen

Im Kanton St. Gallen sei man dagegen lösungsorientierter gewesen. Der Aargau sei zudem auch oft konservativer, findet Susanne Voser. So habe etwa der Kanton St. Gallen schon lange die Blockzeiten in der Schule eingeführt, im Gegensatz zum Aargau.

Trotzdem: Susanne Voser fühlt sich im Kanton Aargau und natürlich vor allem in ihrer Gemeinde Neuenhof wohl. «Dort wo man geboren ist, fühlt man sich zuhause», so Voser. Zudem hatte Voser Betriebsökonomie studiert.

Ihr Wissen wollte sie auch gerne in der Praxis umsetzten, wofür das urbane Neuenhof besser geeignet gewesen sei. Sie hat sich also doch nicht nur mit dem Herzen für Neuenhof entschieden.