Die Solothurner FDP will ihren verlorenen Ständerratssitz zurück

Die FDP des Kantons Solothurn tritt zu den Ständeratswahlen im Herbst 2015 an. Diesen Grundsatzentscheid haben die Delegierten am Montagabend in Schönenwerd gefällt. Wer ins Rennen steigen soll, ist vorerst offen.

Die Delegierten folgten mit ihrem Entscheid dem entsprechenden Antrag des Parteivorstandes. Eine sehr grosse Mehrheit habe sich für die eigene Ständeratskandidatur ausgesprochen, sage Parteipräsident Christian Scheuermeyer.

Die FDP hatte 2011 den Sitz an die CVP abgeben müssen. Pirmin Bischof setzte sich in der Stichwahl klar gegen den FDP-Kandidaten, Nationalrat und Solothurner Stadtpräsidentenen Kurt Fluri, durch.Damit verlor die FDP ihren traditionellen Ständeratssitz.Letzter FDP-Ständerat war Rolf Büttiker gewesen. Er verteidigte den Sitz 20 Jahre lang.

Die Chance, dass die FDP den Sitz zurückerobern kann, gelten als eher gering. CVP-Ständerat Bischof stellt sich der Wiederwahl - ebenso SP-Ständerat Roberto Zanetti, der seit März 2010 der kleinen Kammer angehört.

Schwierige Kandidatensuche

Bei allfälligen Kandidaten für diese fast aussichtslose Mission wird etwa Beat Käch genannt. Der langjährige Kantons- und Gemeinderat ist auch Präsident des Staatspersonalverbandes. Käch ist bestens vernetzt, wird nächstes Jahr jedoch bereits 65 Jahre alt.

Der leere Ständeratssaal von der Zuschauertribüne aus photographiert

Bildlegende: Die FDP Solothurn möchte den verlorenen Sitz im Ständerat zurückerobern – ein Unternehmen mit wenig Erfolgsaussichten. Keystone

Peter Hodel ist ein weiterer Name, der kursiert. Als Präsident der FDP-Fraktion im Kantonsrat und Gemeindepräsident von Schönenwerd bringt er zwar viel politische Erfahrung mit, trotzdem ist er aber kaum bekannt.

Peter Brügger schliesslich ist als Kantonsrat und Präsident des Solothurnischen Bauernverbandes gut vernetzt, allerdings wählen die Solothurner Landwirte eher CVP, also ist auch Brügger kein Erfolgsgarant.

Unter all den vagen Kandidaturen scheinen zwei Frauen die besten Aussichten zu haben. Marianne Meister, Präsidentin des Solothurner Gewerbeverbandes und Anita Panzer, Gemeindepräsidentin von Feldbrunnen.

Beide sitzen im Kantonsrat, beide sind zwar ausserhalb ihrer Region kaum bekannt, kommen aber bei den Leuten gut an und vertreten klare Positionen.

Keine Listenverbindung mit SVP

Für die Nationalratswahlen wird die FDP keine alleinige Listenverbindung mit einer der drei wählerstarken Parteien (CVP, SVP und SP) eingehen, um sich Reststimmen zu sichern. Das beschloss die Delegiertenversammlung.

Möglich sei eine Listenverbindung mit mehreren Kleinparteien, hielt Scheuermeyer fest. Er warte auf Signale für eine Verbindung der «grossen Mitte». In jedem Fall würden die Delegierten wieder entscheiden. Dem Kanton Solothurn stehen 2015 sechs Sitze im Nationalrat zur Verfügung - einer weniger als derzeit.