Die Törtlifee hat ihr Hobby zum Beruf gemacht

Backen war schon in der Schulzeit Eliane Rohrs Hobby. Ihre Leidenschaft für aufwändig dekorierte Torten und süsse Küchlein machte die gelernte Gastronomiefachfrau jedoch erst auf Aufforderung des Umfeldes hin zum Beruf. Heute bereut sie den Schritt keine Sekunde. Obwohl kaum Zeit für anderes bleibt.

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Die Tortenfee in Action

1:19 min, vom 14.10.2016

Von der Hausfrau und Mutter mit Backambitionen zur Unternehmerin wurde Eliane Rohr im Frühjahr 2012. Ihr Mann habe sie dazu aufgefordert den Schritt zu wagen. In der umgebauten Garage gründete sie das Unternehmen «Törtlifee» und bot Cupcakes und aufwändig dekorierte Torten an, als dies noch nicht so bekannt war wie heute.

Kleines Risiko grosser Erfolg

Der Schritt zur Unternehmerin habe Mut erfordert, sei jedoch ein überschaubares Risiko gewesen, so Eliane Rohr gegenüber dem «Regionaljournal Aargau Solothurn» von Radio SRF. Die Familie konnte vom Einkommen des Mannes leben. Und so startete sie ins Abenteuer, das sich bald viel besser entwickelte als erträumt. Nach wenigen Monaten war sie statt der geplanten 30 Prozent schon 100 Prozent in der Backstube tätig, musste bald eine erste Mitarbeiterin anstellen.

Seit einem Jahr hat sie nun in Suhr ein eigenes Ladenlokal samt gemütlicher Kaffe- und Kuchenecke, mit angeschlossener Produktionsstätte. Sie beschäftigt inzwischen sechs Frauen, die meisten mit einem Pensum von 50-80 Prozent, einige davon sind ausgebildete Konditorin-Confiseurinnen.

Ihr Mann unterstützt sie beim Marketing und den Finanzen und liefert auch mal Hochzeitstorten aus. Neben dem inzwischen reduzierten Job als Lokführer hat er auch die Betreuung der beiden Kinder übernommen.

Dank dem Internet zur Törtlifee

Eliane Rohr hat sich das Torten-Handwerk selber beigebracht. Die gelernte Gastronomiefachfrau setzte dabei auf das Internet, besuchte aber auch spezielle Kurse in England, der Heimat der mehrstöckigen, dekorierten Torten. Zu ihren Spezialitäten gehören aufwändige Hochzeitstorten, die sie nach den individuellen Wünschen der Kunden dekoriert und Cupcakes mit einer besonderen Joghurt-Mousse.

Das Geschäft laufe gut, auch wenn man nicht reich werde dabei. Für das kommende Wochenende hat sie über zehn Tortenbestellungen. Regelmässig muss sie auch Aufträge abweisen, beispielsweise an Sommerwochenenden, an denen besonders viele Leute heiraten.

Die Lust am Backen und vor allem am Dekorieren ist der Törtlifee bis jetzt nicht vergangen, dazu sei ihr Job zu abwechslungsreich und ihre Leidenschaft zu gross. So kann sie sich auch problemlos eineinhalb Stunden der Produktion von zwei winzigen Wanderschuhen aus Zucker-Fondation samt aufwändigen Details wie Schnürsenkeln widmen und bis um Mitternacht die Zeit vergessen.

Privat wird bei Rohrs jedoch nur noch selten gebacken. Im heimischen Ofen sind es inzwischen nur noch salzige Gratins. Der letzte «Familien-Kunde» war ihr Sohn, der sich zum Geburtstag Cupcakes gewünscht habe.