Die Vogelfänger vom Subigerberg

Seit 35 Jahren fangen Naturschützer auf dem Subigerberg Vögel mit Netzen ein. Diese werden danach mit einem Ring markiert. Die Methoden der Vogelfänger muten auf den ersten Blick ziemlich rabiat an. Die Vogelfänger selber sehen sich aber als Naturschützer.

Ein Mitarbeiter beringt einen Vogel.

Bildlegende: In dieser Saison wurden auf dem Subigerberg bereits über tausend Vögel mit einem Ring gekennzeichnet. SRF

Es ist eine märchenhafte Gegend: Der Subigerberg. Man sieht auf die Rückseite des Weissensteins. Im Tal liegt das kleine Dorf Gänsbrunnen. Ein romantischer Ort. Die Vogelschützer allerdings sind nicht hier, um die schöne Aussicht zu geniessen.

Sie versuchen Vögel einzufangen. Dazu haben sie auf einer Länge von insgesamt 300 Metern Netze gespannt. Die Vögel fliegen nur wenige Meter über der Juraanhöhe und verfangen sich danach in den Netzen.

Die Vogelschützer befreien danach die Vögel aus dem Netz, erfassen sämtliche Daten wie etwa das Gewicht oder die Flügellänge und befestigen zum Schluss einen kleinen Aluminium-Ring an einem Vogelbein.

Über 1000 Tiere haben die Vogelschützer in den vergangen drei Wochen eingefangen und beringt. Dank den Ringen kann man die Vögel später wieder eindeutig identifizieren.

Die Identifizierung sei nicht immer eine schöne Angelegenheit: Viele Vögel würden über Frankreich nämlich abgeschossen, erzählen die Solothurner Vogelfreunde. «Sie landen dann im Kochtopf», erzählen sie.

Die Erfassung in einer zentralen Datenbank hilft aber auch, die Population der Vögel zu kontrollieren: Die Vogelschützer erkennen relativ rasch, wenn sich eine Vogelart dezimiert. Gerade ältere Vogelfänger vom Subigerberg erzählen von Arten, die früher noch «gang und gäbe» waren, heute aber kaum mehr gefangen würden.