«Die Wähler wollten Gemeinderäte, die zusammenarbeiten»

Es war die grösste Überraschung am Wahlsonntag: Die Strengelbacher haben alle bisherigen Gemeinderäte abgewählt, welche nochmals angetreten sind. Nun regieren fünf Neulinge das Dorf mit 4500 Einwohnern. Ein Chaos soll es deswegen aber nicht geben.

Die Gemeinde Strengelbach im Bezirk Zofingen wagt einen Neustart: Das Stimmvolk hat fünf neue Namen in die Dorfregierung gewählt. Gewählt wurden Stephan Wullschleger, Marco Hauri, Karin Nauer, Dorothea Lerch-Bolt und Walter Schläfli. Sie bilden den neuen Gemeinderat.

Wohin führt der Weg von Strengelbach? Ab nächstem Jahr regieren fünf Neulinge das Dorf.

Bildlegende: Wohin führt der Weg von Strengelbach? Ab nächstem Jahr regieren fünf Neulinge das Dorf. Wikimedia/Dietrich Michael Weidmann

Keine Chance hatten hingegen die drei Kandidaturen von Bisherigen: Marcel Lerch, Roger Berschti und Hans-Rudolf Baumann dürfen keine weitere Amtszeit ausüben, sie wurden abgewählt. Auch Matthias Schweizer hat den Einzug in den Gemeinderat verpasst.

Die Wahl des Gemeindeammans bleibt vorerst offen, kein Kandidat erreichte das absolute Mehr. Am meisten Stimmen machte der neu in den Gemeinderat gewählte Stephan Wullschleger.

Volk strafte Streithähne ab

Für den neu gewählten Gemeinderat Stephan Wullschleger sind die Streitereien im Gemeinderat der Hauptgrund für das Resultat, wie er gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF sagte. Diese haben nicht nur im Dorf zu reden gegeben, sondern sorgen auch in der lokalen Presse für Schlagzeilen. Das Volk wollte nun ein Gemeinderat, der zusammenarbeiten könne, so Wullschleger.

Er ist überzeugt, dass das neue Team aus SVP, CVP, SP und Freie Wähler nun breit abgestützt ist. Wullschleger kann sich auch vorstellen, dass in vier Jahren die FDP wieder in den Gemeinderat einzieht. Immerhin sei diese Partei auch für die Streitereien mitverantwortlich.

Dass nun kein einziger Gemeinderat Erfahrungen in diesem Amt mitbringt, ist für Wullschleger nicht problematisch. Der Gemeindeschreiber könne die Neulinge unterstützten. Allerdings wird ausgerechnet der langjährige Gemeindeschreiber in Strengelbach Ende Jahr pensioniert.