Zum Inhalt springen

Diskussion um Dorfwachstum Trotz Misstönen: Möhlin kann weiter wachsen

Es ist ein idyllisch gelegenes Stück Land: die Leigrube am Rande von Möhlin. Vor 6 Jahren zonte die Gemeindeversammlung die 3 Hektar Landwirtschaftsland ein. Geplant ist ein Einfamilienhausquartier. Sechs Jahre später verlangte nun eine Gruppe von Einwohnern, dass das Land wieder ausgezont wird.

Besucher in Mehrzweckhalle
Legende: Gut besuchte Gemeindeversammlung in Möhlin. Andreas Brandt/SRF

Dieses Land sei wertvolles Landwirtschaftsland. Es habe schon heute zu viel Verkehr in Möhlin. Die Neuzuzüger verursachten vor allem zusätzliche Kosten – etwa bei der Infrastruktur. Dies einige der Argumente, welche an der Gemeindeversammlung von verschiedenen Votanten vorgebracht wurden.

Finanzielles Argument überzeugte

Gegen die Auszonung wehrte sich der Gemeinderat. Das Land sei bereits gut erschlossen, ausserdem hätten bei einer Auszonung hohe Kosten auf die Gemeinde zukommen können. Dies weil die Grundeigentümer wegen Enteignung gegen die Gemeinde vorgehen könnten, so Gemeinderat Markus Fäs.

Unterstützt wurde der Gemeinderat von verschiedenen Rednern, unter ihnen auch die Eigentümer, die bei einer Auszonung rechtliche Schritte androhten. Am Schluss gaben diese finanziellen Argumente den Ausschlag gegen die Auszonung: Die Entscheidung fiel mit 381 zu 172 Stimmen relativ deutlich.

Schicksalsfrage für Dorf

Gemeindeammann Fredy Böni stilisierte die Abstimmung gar zur Schicksalsfrage für Möhlin hoch. Entsprechend erleichtert war er nach der Versammlung: «Es wäre finanziell schwierig geworden. Jetzt können wir auf dem Weg mit einem moderaten Wachstum weitergehen.»

Ein moderates Wachstum will der Gemeinderat für Möhlin in den nächsten Jahren. Das explosive Wachstum der letzten Jahre soll vorbei sein. An diesen Worten werden die Wachstumskritiker den Gemeinderat messen.

Legende: Video Möhlin droht Millionenklage abspielen. Laufzeit 3:21 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 17.10.2017.

Steuererhöhung

Neben der Frage der Auszonung der Leigrube entschied die Gemeindeversammlung auch über eine Steuererhöhung. Der Steuerfuss bleibt in Möhlin bei 115 Prozent, dies entspricht faktisch einer Erhöhung um 3 Prozentpunkte, da aufgrund des Steuerfussabtausches mit dem Kanton der Steuerfuss der Gemeinde um 3 Prozent hätte sinken sollen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Es wäre wünschenswert wenn die Gemeindbehörden vorher denken würden und endlich sparsam mit den Auszohnungen in Bauland sind. In einigen Jahren werden viele Menschen die grenzenlose Bauwut negativ zu spüren bekommen. Immer mehr heisst nicht, immer besser.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Walter Schwarb (Schwarb Walter)
    Möhlin ist wie Frick, sinnloses, unkontrolliertes Wachstum aus reiner Gier. Schaffung neuer, hässlicher Wohn-Ghettos gehen dem sinnvollen Ausbau und der Lebensqualität vor. Frick ist das beste Beispiel dafür.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen