Dornach: Otto Stich-Platz lässt auf sich warten

Vor einem halben Jahr - am 13. September 2012 - ist Alt-Bundesrat Otto Stich gestorben. In seiner Wohngemeinde Dornach ist aber noch immer nicht entschieden, wie der prominente Bürger genau gewürdigt werden soll.

Kreuzung aus der Luft

Bildlegende: Die Dornacher Bevölkerung entscheidet über einen Otto Stich-Platz auf der Kreuzung Josefengasse/Unterdorfstrasse. Google Maps

Ein halbes Jahr nach dem Tod von Otto Stich, trägt in dessen Wohngemeinde noch immer keine Strasse und kein Platz den Namen des beliebten Alt-Bundesrats. Und wann Otto Stich in dieser Form gewürdigt wird, lässt sich momentan auch nicht abschätzen.

 Im November 2012 hatte der Dornacher Gemeinderat einstimmig entschieden, einen Platz nach Otto Stich zu benennen. Der Platz beim Lindenbrunnen in Oberdornach sollte es sein, wo heute ein kleiner Rasen und ein Bänkli stehen. Nach einer Strassensanierung muss diese Ecke Dornachs sowieso neu gestaltet werden.

Wieviel Pomp soll es sein?

Im Dezember jedoch zwang die Dornacher Gemeindeversammlung den Gemeinderat, nochmals über die Bücher zu gehen. Angesichts der angespannten Finanzlage wurde eine Motion für dringlich erklärt, welche verlangt, der Platz solle günstiger und kleiner werden.

 Erst an der Gemeindeversammlung vom 12. Juni 2013 wird jetzt entschieden, wie der künftige Otto-Stich-Platz aussehen soll. Dem Volk werden drei Varianten vorgelegt, sagt Gemeindepräsident Christian Schlatter auf Anfrage des Regionaljournals von Radio SRF: Die ursprüngliche, über 100‘000 Franke teure Maximalvariante, eine billige Minimalvariante, bei der für wenige tausend Franken praktisch nur neue Randsteine gesetzt würden, sowie eine mittlere Variante.

Zuviel ist teuer, zuwenig ist schäbig

Der Gemeindepräsident macht keinen Hehl daraus, dass er die mittlere Variante bevorzugt, auch wenn diese noch gar nicht im Detail ausgearbeitet ist. Die luxuriöse Variante wäre wohl nicht im Sinn des sparsamen Finanzdirektors Otto Sich, meint Christian Schlatter, der neben Stich aufgewachsen ist. Und bei der billigen Variante «wäre Phantasie gefragt, wie man eine entsprechende Würdigung hinbekommt, damit es nicht zu einer läppischen Geste wird, sondern der grossen Persönlichkeit Rechnung trägt».

Erst wenn entschieden ist, wie der Platz gestaltet werden soll, kann Dornach dann auch über eine mögliche Zeremonie nachdenken. Wichtiger als der Platz an sich ist Gemeindepräsident Christian Schlatter sowieso, dass man die Person Otto Stich mit seiner lustigen und urchigen Art im Gedächtnis behalte.