Drohungen gegen Gemeindemitarbeiter in Spreitenbach

Der Gemeinderat von Spreitenbach findet klare Worte: Personen, die drohen, werden bei der Polizei angezeigt. Hintergrund sind die vermehrten Drohungen in den letzten Wochen. Unter anderem war dabei von einem Blutbad die Rede.

Schalter in einer Zürcher Gemeinde, Kundin und Gemeindebeamtin im Gespräch

Bildlegende: Drohungen am Schalter, Drohungen per Telefon: nehmen solche Vorfälle zu? Keystone

Der Fall hatte schweizweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Gemeinde Spreitenbach habe einen ausgesteuerten Mann gedrängt die Sozialhilfe und offene Steuern aus seiner beruflichen Vorsorge zurück zu zahlen. Wegen dieses und anderer Fälle habe es Drohungen gegen die Sachbearbeiter der Gemeinde gegeben, teilt der Gemeinderat von Spreitenbach mit.

Heftige Drohungen gegen Gemeindemitarbeiter

Darunter waren auch schwere Drohungen, wie «bald gibt es Tote», «ich komme bald vorbei» oder es gebe ein Blutbad. Der Gemeinderat schreibt nun, dass man solche Drohungen nicht einfach hinnehmen und Anzeige erstatte.

Dies findet Manolito Steiner, Leiter der Fachstelle Personalsicherheit des Kantons Aargau, richtig. Mit solchen Drohungen werde eine Grenze überschritten, so Steiner gegenüber Radio SRF.

Eine grundsätzliche Vorgehensweise bei Drohungen gebe es aber nicht. Jeder Fall müsse einzeln angeschaut werden. Steiner rät Bedrohten Hilfe zu holen, und zwar bei der Polizei oder anderen Fachleuten.

Die Fachstelle Personalsicherheit des Kantons Aargau setzt sich jährlich mit etwa 40 Fällen auseinander. Allerdings berät die Fachstelle primär Kantonsangestellte und nur in Einzelfällen auch Mitarbeiter von Gemeinden.

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Sozialhilfe-Willkür: Gemeinde sackt Altersbatzen ein

9:53 min, aus Kassensturz vom 17.2.2015