Düstere Solothurner Kriminalstatistik 2012

Im vergangenen Jahr gab es im Kanton Solothurn 12,5 Prozent mehr Straftaten wie noch im Vorjahr. Eine Zunahme gab es vor allem bei den Vermögensdelikten. Ein grosser Fall von Wirtschaftskriminalität schlug mit 1100 Straftaten zu Buche.

Im Kanton Solothurn gab es 2012 insgesamt 23'344 registrierte Straftaten. Neben den Vermögensdelikten stieg auch die Zahl der Straftaten gegen Leib und Leben. Und zwar um vier Prozent auf 872 Straftaten. Dies teilte die Solothurner Kantonspolizei am Mittwoch mit. Mit neun Tötungsdelikten liegt die Anzahl dieser schwersten Delikte im Berichtsjahr leicht über dem Durchschnitt. Es kam zu 19 schweren Körperverletzungen.

 Die Aufklärungsquote bei den Delikten gegen Leib und Leben belief sich auf 90,4 Prozent. Über alles gesehen, wurden im vergangenen Jahr im Kanton Solothurn 32 Prozent aller Straftaten aufgeklärt - drei Prozent mehr als 2011.

Deutlich mehr Vermögensdelikte

Um 21,7 Prozent nahm die Zahl der registrierten Vermögensdelikte zu. 14'013 Delikte wurden registriert. Grund für den Anstieg ist ein grosser Fall von Wirtschaftskriminalität mit über 500 Geschädigten und rund 1'100 registrierten Straftaten.

Auch die Zahl der Fahrzeugaufbrüche verdoppelte sich beinahe auf 754 Fälle. Es gab auch deutlich mehr Taschen-, Laden- und Einschleichdiebstähle. Die Ursache für die starke Zunahme bei den Vermögensdelikten führt die Polizei zu einem grossen Teil auf die neuen Migrationsströme aus Nordafrika zurück. Anhaltungen und Ermittlungen zeigten, dass ein beträchtlicher

Teil der Beschuldigten dieser Delikte nordafrikanischer Herkunft seien. Insgesamt wurden 2'887 Personen beschuldet, gegen die Bestimmungen des Strafgesetzes verstossen zu haben. Davon sind 51 Prozent Schweizer, 32 Prozent Ausländer. Weitere 17 Prozent sind Asylbewerber und übrige Ausländer.

Ein Drittel mehr Sexualstraftaten

Urs Baltenschlager

Bildlegende: Für den Chef der Kriminalabteilung. Urs Baltenschlager, ist der Kanton Solothurn immernoch ein sicherer Kanton. SRF

Um knapp einen Drittel stieg die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Integrität. 209 Straftaten wurden registriert. Es geht oft um Exhibitionismus und sexuelle Belästigung. Die Zahl der schweren Delikte wie Vergewaltigung, sexuelle Handlungen mit Kindern und sexuelle Nötigung blieb stabil.

Mehr Arbeit bereitete der Polizei die häusliche Gewalt. Die Zahl der Delikte stieg um 14 Prozent auf 681. Es gab mehr Tätlichkeiten und Beschimpfungen. Die Fälle von einfachen Körperverletzungen ging jedoch um einen Viertel zurück. Im vergangenen Jahr kam es im Rahmen von häuslicher Gewalt zu zwei Tötungsdelikten und vier schweren Körperverletzungen.

Drogen: Weniger Kontrollen

Die Zahl der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz ging um einen Viertel auf 1888 Fälle zurück. Als Grund für den Rückgang gibt die Kantonspolizei an, dass sie selbst in den Städten Olten und Solothurn weniger Kontrollen machte.