Effingen möchte seine Bruderhöhle zurück

Familien, Wanderer und Vereine schätzten sie gleichermassen: die Bruderhöhle in Effingen im Fricktal. Vor 15 Jahren musste die Gemeinde die Höhle allerdings sperren. Felsbrocken lösten sich. Fortan war es zu gefährlich, die Höhle zu betreten. Dies möchte Effingen nun ändern.

Wenn Effingens Gemeindeammann Andreas Thommen von der Bruderhöhle im Wald zwischen Effingen und Zeihen spricht, wird er nostalgisch. Die Höhle sei eine Natursehenswürdigkeit. Familien und Vereine hätten sich früher dort getroffen, um zu bräteln, Spiele zu spielen oder für den Chlaushock.

«  Die Bruderhöhle ist eine schöne, idyllische Natursehenswürdigkeit. »

Andreas Thommen
Gemeindeammann Effingen

Leute machen in einer Höhle ein Feuer

Bildlegende: Damit die Leute nicht mehr in der Höhle feuern, soll es ausserhalb eine Feuerstelle geben. (Symbolbild) Keystone

Seit nunmehr 15 Jahren befindet sich die Höhle im Dornröschenschlaf. Felsbrocken hatten sich damals gelöst. Zu gefährlich war es fortan, die Höhle zu betreten. Dies soll sich nun ändern. Vor zwei Jahren hat die Gemeinde eine Natur- und Umweltkommission ins Leben gerufen, welche die Bruderhöhle anschliessend auf ihre Traktandenliste setzte.

Eine Einsprache gegen Baugesuch

Die Kommission klärte zusammen mit den Ortsbürgern, welchen die Höhle gehört, ab, welche Massnahmen getroffen werden müssen, um die Höhle wieder zugänglich zu machen für die Bevölkerung. Das Resultat der Abklärungen: der Fels muss mit Nägeln, Schrauben, Stahlnetz und Spritzbeton befestigt werden.

«Wir möchten aber möglichst wenig verändern am ursprünglichen Zustand», so Gemeindeammann Andreas Thommen. Dennoch braucht es für die Sanierung eine Baubewilligung; bis am 22. Februar lag das Baugesuch in Effingen auf. Lediglich eine Einsprache ist bei der Gemeinde eingegangen. Und diese richte sich, laut Thommen, nicht grundsätzlich gegen das Projekt.

Kanton hat das letzte Wort

Allerdings muss der Kanton dem Vorhaben noch zustimmen, da die Höhle ausserhalb der Bauzone liegt. Die Gemeinde hat aber noch nicht mit dem Kanton verhandelt. Obwohl bereits die Ortsbürger- und die Einwohnergemeindeversammlung die Sanierung bewilligt haben, obwohl bereits Private viel Geld gespendet haben, und obwohl bereits das Baugesuch öffentlich aufgelegt wurde.

Ist dieses Vorgehen nicht riskant? Könnte die ganze Arbeit umsonst gewesen sein, wenn der Kanton das Projekt nun ablehnt? Gemeindeammann Andreas Thommen ist sicher, dass es nicht soweit kommen wird. Zwar hat er bereits vernommen, dass der Kanton noch mehr Details zum Projekt verlangen wird, zum Beispiel was das Verkehrs- und Abfallkonzept angeht, aber daran solle die Sanierung der Bruderhöhle nicht scheitern.