Ein durchschnittlicher Baustellensommer

Auf Aargauer und Solothurner Strassen wird diesen Sommer nicht mehr gebaut als sonst. Grossprojekte stehen nicht an. Dass es in den Sommerferien mehr Baustellen gibt, ist ohnehin nur ein hartnäckiges Gerücht, weiss ein Experte.

Baustelle Gränichen

Bildlegende: In Gränichen wurde am Wochenende eine Kantonsstrasse komplett gesperrt, um den Belag neu zu machen. zvg

«In den Sommerferien spriessen die Baustellen wie Unkraut aus den Strassen.» Diese oder ähnliche Aussagen hört man immer wieder. Dominik Studer, der beim Kanton Aargau für den Unterhalt der Kantonsstrassen zuständig ist, verneint jedoch in der Mittagssendung des Regionaljournals Aargau Solothurn von Radio SRF: «Es ist eher ein Klischee. Schaut man sich alle Baustellen des Kantons in der Gesamtheit an, ist die Zahl von Frühling bis Spätherbst sehr konstant».

Nicht mehr Baustellen als in anderen Jahren

Dominik Studer erklärt sich die Wahrnehmung mit den vermehrten Strassensperrungen in dieser Zeit. «Insbesondere Arbeiten die sehr intensiv sind, oder die aus Qualitätsgründen eine Sperrung der Strasse erfordern, planen wir bewusst auf die Sommerferienzeit». Der Grund ist einfach: Während der Sommerferien sind weniger Autofahrer unterwegs und es kommt bei Sperrungen zu weniger Chaos.

In diesem Sommer gibt es keine eigentlichen Grossprojekte beim kantonalen Strassenbau. Einige Strassenbelagserneuerungen führen jedoch lokal zu Sperrungen. Diese dauern jedoch meistens nur 2-5 Tage und die Projekte sind auf den ganzen Kanton verteilt. «Keine Region muss besonders leiden», so Dominik Studer vom Kanton.

Herausforderung Schulhausplatz

Beim Blick auf die Karte mit den aktuellen Kantonsbaustellen fällt jedoch auf, dass es im nördlichen Kantonsteil, im Zurzibiet und Fricktal, kaum Baustellen gibt. «Der Strassenzustand ist dort nicht besser, es gibt aber weniger Verkehr, da es dort keine wirtschaftlichen Zentren hat». Der Verkehr, die Industrie und die dichte Besiedlung entlang der Autobahn zwischen Aarau und Baden führe im Vergleich dazu automatisch zu mehr Baustellen. «Auf der einen Seite entwickelt sich der Verkehr stärker, aber auch die Bedürfnisse von Industrien oder Gemeinden entwickeln sich».

In den nächsten Sommern wird besonders die Schulhausplatzkreuzung in Baden zur Herausforderung. Zur Zeit werden dort schon neue Leitungen verlegt und 2015-2017 wird die meist befahrene Kreuzung des Kantons dann zur Grossbaustelle. Das Verkehrs-Chaos lasse sich dann wohl kaum vermeiden, so Studer: «Dort reichen die Sommerferien leider nicht».

Ähnliches Bild im Kanton Solothurn

Auch im Kanton Solothurn gibt es in den Sommerferien mehr Strassensperrungen als sonst. In diesem Sommer gibt es aber auch dort zahlreiche eher kleine Baustellen und keine kantonalen Grossprojekte, die zu grösseren Verkehrsbehinderungen führen würden.