Ein Schwyzerörgeli für den Bözberger Dorf-Frieden

Der Streit um neue Adressen in der fusionierten Gemeinde Bözberg ist noch nicht vergessen. Die Einwohner der ehemaligen Gemeinde Linn wollen die 1. August-Feier boykottieren. Eine Linner Familie will nun Frieden stiften mit einer musikalischen Einlage.

Kind hält Lampion mit Schweizer Kreuzen drauf

Bildlegende: Ob der Lampion-Umzug in Boezberg wenigstens die Kinder aus den verschiedenen Ortsteilen eint? Keystone

Der Adressenstreit in der neuen Aargauer Gemeinde Bözberg sorgte auch ausserhalb des Kantons für Schlagzeilen. Anfang 2013 fusionierten die Gemeinden Linn, Gallenkirch, Oberbözberg und Unterbözberg zur Gemeinde Bözberg. Die Linner mussten ihre Adressen wechseln, da in der Fusionsgemeinde sonst mehrere Strassen den gleichen Namen getragen hätten.

Die Bürger von Linn wehrten sich lautstark dagegen, auch auf politischem Weg. Anträge, dass sie ihre Adressen behalten können, fielen an der Gemeinde-versammlung jedoch durch. Selbst Regierungsrat Urs Hofmann versuchte, zu vermitteln. Mit beschränktem Erfolg, die Stimmung in der Fusionsgemeinde bleibt gehässig.

«Es sind nicht alle Linner so stur»

Der Streit wirft nun seine Schatten auch auf die 1. August-Feier. Die Gemeinde Bözberg lädt ihre Bürger zum Fest bei der Linner Linde ein, dem Wahrzeichen von Linn. Viele Linner nehmen dies als Affront wahr und wollen die Feier boykottieren.

Kein Verständnis für den Boykott zeigt die Familie Signer, die seit 12 Jahren in Linn wohnt. Die Signers haben sich entschieden, aktiv an der Feier mitzuwirken. Sohn Silvio, bald 14 Jahre alt, wird am Freitagabend mit seinem Schwyzerörgeli für musikalische Unterhaltung sorgen.

Musikalisches Zeichen für den Frieden

Ein Linner an der Bözberger 1. August-Feier? Das sei kein Zufall, sagt Mutter Hildegard im Interview mit dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. «Unserem Sohn geht es um die Musik, mein Mann und ich wollen aber indirekt ein Zeichen setzen».

Hildegard Signer hofft, dass die Musik ihres Sohnes in der zerstrittenen Fusionsgemeinde ein bisschen Frieden stiftet. Sie findet: «Man sollte diesen alten Streit um die Adressen nun ruhen lassen, die Fusion ist eine Chance».

Negative Reaktionen auf das Konzert ihres Sohnes habe sie noch keine erhalten, erzählt Hildegard Signer. Und sie ist sicher, dass trotz Streit einige Bürger aus Linn an der Feier teilnehmen. «Es sind nicht alle Linner so stur», sagt sie lachend.