Eine halbe Million Franken für Verkehrstafeln in Baden

Es ist ein Pilotversuch: Der Kanton Aargau und das Bundesamt für Strassen wollen die täglichen Staus im Raum Baden in den Griff kriegen. Displays informieren ab Mittwoch die Autofahrer über Zeitverluste und Alternativrouten. Ziel ist, den Verkehr besser zu verteilen – vor allem jetzt.

Karte mit Strasseneinzeichnungen und Stautafeln

Bildlegende: Ein ausgeklügeltes System soll die Staus in der Region Baden minimieren. zvg

Besonders die Mellingerstrasse stellt eine wichtige Einfallsachse in das Stadtzentrum von Baden dar. Doch die Verbindung von der Autobahnausfahrt Baden-West in die Stadt ist für die Autofahrer jeden Tag eine Geduldsprobe, zumindest während der Hauptverkehrszeit. Ähnliches gilt für die Neuenhoferstrasse, auf der Baden von Osten her erreicht werden kann.

Verkehrstafel

Bildlegende: Ungefähr so sollen Automobilisten am Eingang zur Stadt Baden informiert werden. Die Angaben werden laufend aktualisiert. zvg

Die Verkehrsprobleme im Raum Baden dürften sich in den kommenden Wochen und Monaten noch verstärken. Vor kurzem haben in Baden die grossen Umbauarbeiten an der Schulhausplatz-Kreuzung begonnen, der grössten Kreuzung im Aargau. Dadurch werden Zu- und Durchfahrt des Badener Stadtzentrums weiter erschwert.

Pilotversuch mit neuem System

Beim Versuch mit einem neuen Verkehrsmanagement-System werden die Kontrollschilder der Autos bei der Einfahrt und der Ausfahrt in die Stauräume der Mellinger- und der Neuenhoferstrasse mit speziellen Kameras erfasst. Damit kann die Wartezeit im Stau errechnet werden.

«  Diese Verkehrsdisplays sind ein Novum im Aargau, und auch über die Kantonsgrenze hinaus. »

Arnim Wagner
Projektleiter Verkehrstechnik, Kanton Aargau

Diese Informationen werden auf Informationstafeln an die stadteinwärtsfahrenden Verkehrsteilnehmer weitergegeben. Gleichzeitig werden Alternativrouten inklusive Zeitbedarf vorgeschlagen.

Gemäss Armin Wagner, Projektleiter Verkehrstechnik bei der Abteilung Tiefbau vom Kanton Aargau, führe dies keineswegs zu Schleichverkehr in den Quartieren. Im Gegenteil. Bei den Alternativrouten handle es sich um Kantonsstrassen.

«  Wir wollen den Verkehr besser verteilen. So dass nicht eine Strecke völlig überlastet ist, und eine andere frei. »

Arnim Wagner
Projektleiter Verkehrstechnik, Kanton Aargau

Während des Pilotbetriebes werden die Anzeige- und Darstellungsarten auf den Informationstafeln variiert, um die Lesbarkeit zu testen. Mit dem Pilotprojekt sollen Aussagen über die Wirksamkeit eines solchen Verkehrsmanagementsystems erzielt werden, teilt das Aargauer Departement Bau, Verkehr und Umwelt am Mittwoch mit.

Der nun gestartete Pilotbetrieb dauert bis April 2016 mit einer Option auf eine Verlängerung.

Kosten

Auf Anfrage von Radio SRF heisst es beim Aargauer Baudepartement, dass das neue System eine halbe Million Franken koste. «Das Bundesamt für Strassen übernimmt zirka 200'000 Franken, den Rest zahlt der Kanton Aargau», sagt Arnim Wagner, Projektleiter Verkehrstechnik beim Kanton, gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn.