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Aargau Solothurn Ende Kulturbetrieb – das «Royal» in Baden muss schliessen

Das Gebäude des ehemaligen Kinos Royal bleibt stehen. Das hat die Besitzerin, die Firma Zuriba AG aus Zürich, entschieden. Aber der Vertrag für die kulturelle Zwischennutzung läuft im Juni 2016 definitiv aus. Läden ersetzen ab dann die Kultur.

Royal, Baden
Legende: Der Kulturbetrieb im «Royal» wurde im Herbst 2011 eröffnet. Im Juni 2016 ist jetzt definitiv Schluss. www.royalbaden.ch

Jean-Pierre Gallati, Anwalt der Grundeigentümerin, erklärt die Pläne der Zuriba AG: «Die Grundeigentümerin hat die Zwischennutzung einmal verlängert, verzichtet jetzt aber auf eine weitere Verlängerung. Sie plant, im ‹Royal› Verkaufsläden für den täglichen Bedarf einzurichten mit verlängerten Öffnungszeiten. Wer die Mieter sein werden, ist aber noch völlig offen.»

Man habe einen Zeithorizont von 25 Jahren, führt Gallati weiter aus. Das bedeutet, dass das «Royal» stehen bleibt. Bis jetzt ging man davon aus, dass die Zuriba AG auf dem Grundstück, das noch weit mehr umfasst als nur das «Royal», eine Gesamtüberbauung realisieren will.

Stadt Baden ist enttäuscht

Mieterin des «Royal» ist die Stadt Baden. Sie hat es einem Verein untervermietet, der seit Herbst 2011 einen sehr vielfältigen und gut besuchten Kulturbetrieb aufgezogen hat. Der Vertrag für die Zwischennutzung war von Anfang an befristet, konnte dann aber noch einmal verlängert werden bis Juni 2016. Nun ist aber definitiv Schluss.

«Die Stadt Baden bedauert den Entscheid und wird sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten dafür einsetzen, die Betreiber bei der Suche nach einem allfälligen neuen Standort zu unterstützen», heisst es in einer Mitteilung der Stadt vom Donnerstag.

Den Weiterbetrieb des «Royal» zu sichern, dürfte aber schwierig sein. Ein Ersatzgebäude ist weit und breit nicht in Sicht, das sagt der zuständige Stadtrat Markus Schneider auf Anfrage.

Und auch wenn ein anderes Lokal zur Verfügung stehen würde: Der Kulturbetrieb im «Royal» ist konzeptionell sehr eng an das ehemalige Kino gebunden. Ein Schwerpunkt sind Veranstaltungen rund um das Thema Film. Diese würden in einem x-beliebigen Gebäude, zum Beispiel in einer alten Industriehalle, keinen Sinn ergeben.

Stadt und Eigentümer verkracht?

In Baden schlägt die Nachricht, dass das «Royal» zwar erhalten bleibt, dass aber die kulturelle Zwischennutzung endet, hohe Wellen. Der Entscheid der Grundeigentümerin stösst auf Unverständnis. Denn die bisherige Argumentation, das Gebäude stehe einer Gesamtüberbauung im Weg, gilt nicht mehr.

Die Kündigung des Vertrags zur Zwischennutzung muss wohl als eine Art Retourkutsche der Zuriba AG gesehen werden. Sie hat nämlich ihr Projekt der Gesamtüberbauung gestoppt. Aus Sicht der Grundeigentümerin hat die Stadt dem Vorhaben zu viele Steine in den Weg gelegt.

Weil die Zuriba AG nun ihre Gesamtüberbauung nicht bekommt, soll wohl die Stadt Baden den Kulturbetrieb im «Royal» nicht bekommen. Kutschieren Eigentümerin und Stadt nach dem Motto «Wie du mir, so ich dir»?

Wie auch immer: Das «Royal» wird vom Kulturlokal zum Konsumtempel. Dass es für das älteste Kinogebäude der Schweiz keine bessere Lösung gibt, ist für Baden keine gute Nachricht. Und gute Nachrichten hätte Baden nach all den Hiobsbotschaften in letzter Zeit (Gerigate, Wegzug Zurich International School, Stillstand Bäder) dringend nötig.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Irène Haas, Buttwil
    Go for it BADEN! Ohne ROYAL ist BADEN nicht Baden! BADEN IST ROYAL!
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  • Kommentar von Peter Wuffli, Baden
    Die Zuriba AG denkt natürlich nur an den Stutz. Das ist ihr Sinn und Zweck. Wenn sie aber in den Verhandlungen einem funktionierenden Stadtrat gegenüber stehen würde, wären sicher ganz interessante Lösungen möglich. Baden ist im Moment im freien Fall. Es ist eine absolute Frechheit, dass gewählte Politiker nur einen Bruchteil ihrer Aufgaben übernehmen und dafür Hunderttausende Franken kassieren.
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  • Kommentar von Pascal Etzensperger, Wettingen
    Das Royal als Kulturhaus ist weit über Baden hinaus bekannt und geschätzt. Die Betreiberinnen und Betreiber arbeiten alle ehrenamtlich und tragen zu einer lebendigen Stadt bei, gratis und franko. Es ist unverständlich und zeugt weder von Mitgefühl noch Verständnis, diesem Betrieb so den Garaus machen zu wollen. Das Unterstützungskomitee "Baden ist. Royal" wird sich weiterhin für den Erhalt des Kulturbetriebs stark machen. Pascal Etzensperger, Unterstützungskomitee www.badenistroyal.ch
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