Endspurt in der Sondermülldeponie Kölliken

Bis Mitte Jahr werden die hochgiftigen Abfälle in der grössten Altlast der Schweiz ausgebaggert und sachgerecht entsorgt sein. Die Arbeiten in der Halle neben der A1 gehen aber trotzdem weiter. Und auch Überraschungen sind immer noch möglich.

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Endspurt in der Sondermülldeponie Kölliken

4:47 min, aus Schweiz aktuell vom 5.1.2015

Eine Baggerschaufel sticht in ein schuttgraues Terrain. Durchgerostete Fässer tauchen auf. Was genau drin ist, weiss niemand. Sie könnten explodieren. Der Chemie-Experte im bombensicheren Fahrzeug aber gibt Entwarnung. Sein Arbeitsplatz sei nicht gefährlicher als andere, sagt Rolf Zgraggen, der das Raupenfahrzeug steuert und den Baggerführer anweist, weiter zu graben.

Rolf Zgraggen überwacht den Rückbau der hochgiftigen Abfälle im Innern der luftdichten Halle auf der Sondermülldeponie Kölliken. Bis in die achtziger Jahre wurde hier günstig Sondermüll entsorgt. Seit sieben Jahren wird die Altlast nun zurückgebaut. Über 600 Tausend Tonnen sind bereits weg. Und täglich wird der Abfallberg kleiner. Auch heute verlassen 500 Tonnen die Halle.

2015 – ein wichtiges Jahr für die SMDK

Eine Milliarde Franken kostet die weltweit einzigartige Deponie-Sanierung. Bis im Sommer 2015 wird die grösste Halle Europas leer, das letzte Gramm Abfall ausgebbaggert sein. Für die Betreiber der Sondermülldeponie Kölliken ein Meilenstein.

Wenn die letzten Container voll chemischer Abfälle die Deponie verlassen, dann wird aus der grössten Altlast der Schweiz eine ganz normale Deponie – eine wie es sie zu Hunderten bereits in der Schweiz gibt. Und es wird einfacher, sagt Geschäftsführer Benjamin Müller gegenüber SRF: «Das wichtigste ist, dass im Sommer die Abfälle draussen sind. Dann kann es keine Explosionen und keine Brände mehr geben».

Von der Schliessung bis zur grünen Wiese

Die gigantische Stahlkonstruktion neben der A1 wird jedoch noch einige Jahre zum Kölliker Gemeindebild gehören. Erst wenn der Fels von den Schadstoffen gereinigt ist, kann auch die Halle zurückgebaut und die Grube im Kölliker Boden neu aufgefüllt werden. Köllikens Gemeindeammann Fredy Gut lässt offen, wie es dann weiter geht: «Es gibt bestimmt jemanden, der dieses Land kaufen und überbauen will. Ob es allerdings soweit kommt, ist eine andere Frage. Denn letztlich wird auch der Kanton Aargau mitreden».

Bis 2025 soll das verseuchte Gelände komplett rückgebaut sein. Eine 100-prozentige Sauberkeit wird es zwar nie geben. Die Deponie wird aber so sauber sein, dass alle behördlichen Gesetze eingehalten werden, sagen die Verantwortlichen. Die Oberfläche wird von den Schadstoffen im Innern des Bodens nicht betroffen sein. Bedenkenlos werden Kühe auf einer grünen Wiese weiden können und auch Landwirtschaft wird in naher Zukunft möglich sein, dort, wo heute noch die gigantische Halle der Sondermülldeponie Kölliken steht.

(Schweiz aktuell, 19:00 Uhr)

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