Energiedienst Holding AG erleidet 2015 starken Gewinneinbruch

Sinkende Strompreise, der Rückgang des Stromabsatzes, der starke Franken und eine geringere Produktion der Wasserkraftwerke haben beim schweizerisch-deutschen Stromkonzern Energiedienst 2015 den Gewinn massiv einbrechen lassen.

Rheinkraftwerk

Bildlegende: Blick auf das neue Schweizerisch-Deutsche Wasserkraftwerk Rheinfelden am Rhein. Keystone

Der Jahresgewinn sank um 30 Prozent auf 39,3 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich um 28 Prozent auf 50 Millionen Euro.

Das Unternehmen führt den tieferen Gewinn auf mehrere vor allem exogene Ursachen zurück. So hätten die rückläufigen Grosshandelspreise für Strom die Margen gedrückt und eine Wertberichtigung auf Langfristverträge in Höhe von 7,1 Millionen Euro ausgelöst. Die Aufwertung des Schweizer Frankens habe den EBIT um 3,6 Millionen Euro geschmälert.

Der Stromabsatz an Weiterverteiler in Deutschland ist, wie es in der Medienmitteilung weiter heisst, im vergangenen Jahr zurückgegangen. Ebenfalls gesunken ist der Stromabsatz im Schweizer Markt. Hier hat sich der Wettbewerbsdruck aufgrund der anhaltend niedrigen europäischen Strompreise und des starken Frankens weiter verstärkt.

Schwieriges Marktumfeld

Das Marktumfeld habe sich im vergangenen Jahr nicht stabilisiert und die Lage der Energiebranche sei weit schwieriger denn je, lässt sich Energiedienst-Chef Martin Steiger in der Medienmitteilung zitieren. Das Unternehmen steuere dagegen, indem neben dem Kerngeschäft der Energieversorgung das zweite Standbein, die Energielösungen, weiter ausgebaut würden.

Die Energiedienst-Gruppe verkaufte 2015 insgesamt 9,408 Millionen Kilowattstunden Strom. Das sind 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Wesentliche Ursache für den Rückgang war das Verbundgeschäft, in dem der Absatz um 1,122 Millionen Kilowattstunden gesunken ist. Während der Absatz an Kunden in Deutschland nur leicht zurückging, sank er in der Schweiz um über 15 Prozent.

Zum Ausblick stellte der Energiedienst lediglich fest, dass die sinkenden Grosshandelspreise sowie der zunehmende Wettbewerb auf dem Schweizer und dem deutschen Markt weiterhin die Margen drücken würden.

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Schweizer Wasserkraft zu teuer

4:11 min, aus 10vor10 vom 14.1.2013