Ernst Burren wird 70: «Humor braucht es zum Leben»

In Oberdorf ist er geboren, und in Oberdorf lebt er noch immer. Jetzt wird der Solothurner Mundart-Dichter Ernst Burren 70 Jahre alt. Gerade ist sein neustes Werk erschienen «No einisch uf d’Maledive». Keiner zeigt die Seele von Herrn und Frau Schweizer unverstellter als er.

Ernst Burren

Bildlegende: Ernsthafte Frohnatur: Ernst Burren ist 70. Keystone

Kaum einer schreibt seit so langer Zeit Mundartgeschichten wie Ernst Burren. Seit dem Erstling «derfür u derwider» aus dem Jahr 1970 sind 25 Bücher erschienen. Und keiner kann die Schweizer so einfangen wie er. Burren ist ein subtiler Beobachter seiner Zeitgenossen, lässt Menschen aus ihrem Alltag erzählen und macht Abgründe und Widersprüche sichtbar.

Die kleinen, scheinbar alltäglichen Geschichten, die er in Schulzimmern, Wirtshäusern oder auf Bahnfahrten aufgeschnappt hat, werden unter seiner Hand zu dichten, kleinen Kunstwerken. Sie erzählen vom Leben und Sterben, von den Freuden und Leiden eines jeden von uns.

Ernsthafte Frohnatur

Ernst Burren wurde am 20. November 1944 im solothurnischen Oberdorf geboren, wo er heute noch lebt. Er war Primarlehrer in Bettlach und schreibt seit 1970 seine Geschichten und Gedichte ausschliesslich in Mundart.

Burren gehört zu den wichtigsten Mundartautoren der Schweiz und wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Alemannnischen Literaturpreis und dem Gesamtwerkspreis der Schweizerischen Schillerstiftung.

Gnadenlos ehrlich

Viel und oft lacht man, wenn man Burrens Geschichten liest oder hört. Fast ebenso oft bleibt einem das Lachen aber auch im Hals stecken. Der Solothurner ist eine «ernsthafte Frohnatur», und gnadenlos ehrlich.

Er schreibe, sagt er, was andere höchstens denken. Und das sind oft düstere Dinge, denen sich seine Figuren auch im neusten Buch mit ungeheurem Pragmatismus stellen: Der Getränkelieferant möge doch seine leeren Harassen abholen kommen, sagt eine Frau am Telefon, in zwei Tagen komme einer von Exit zu ihr.

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