Eurobus: «Das ist der erste tödliche Unfall der Firmengeschichte»

Vier Todesopfer, mehrere Verletzte: Die Bilanz ist traurig nach dem schweren Car-Unglück in Norwegen. Betroffen ist eine Schweizer Reisegruppe und ein Aargauer Unternehmen. Die Firma Eurobus aus Windisch nimmt nun Stellung. Es sei der erste tödliche Unfall der Firmengeschichte und ein Schock.

Ermittler untersuchen Unfallort in Norwegen

Bildlegende: Die norwegischen Behörden haben den Chauffeur von Eurobus entlastet: Er darf in die Schweiz zurück. Keystone

Andreas Meier, Geschäftsführer der Eurobus-Gruppe, steht seit Dienstag im Dauereinsatz. Am Donnerstag sind die letzten Überlebenden des Car-Unglücks nördlich von Trondheim in Norwegen zurück in die Schweiz gekommen. Andreas Meier selber hat am Mittwochabend verletzte Fahrgäste in Empfang genommen, die mit Rega und TCS in die Schweiz geflogen wurden.

Zwei Tage nach dem Unfall hat Eurobus also alle Passagiere zurück in der Schweiz. Bereits wenige Stunden nach dem Unfall war eine Hotline für Angehörige eingerichtet. Das Car-Unternehmen aus Windisch scheint professionell auf den Unfall reagiert zu haben. Andreas Meier sagt dazu gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF: «Wir haben diesen Fall trainiert.»

15 Millionen Kilometer jährlich

Erlebt habe man so etwas aber noch nie: «Es ist der erste tödliche Unfall seit 25 Jahren, der erste tödliche Unfall für die Firma Eurobus.» Eine Firma mit 240 Reisebussen und über 400 Angestellten. Jährlich legen die Chauffeure 15 Millionen Kilometer zurück.

Für die Firma sei das Ereignis in Norwegen ein grosser Schock, so Meier weiter. «Unsere Gedanken sind natürlich bei den Angehörigen der Opfer. Es ist aber auch eine grosse Belastung für unsere Mitarbeitenden, die darin involviert sind.»

Eurobus-Chauffeur darf Norwegen verlassen

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0:52 min, aus 10vor10 vom 29.7.2014

Inzwischen brodelt die Gerüchteküche. Die Unfallursache bleibt unklar. Die Strasse in Norwegen war Medienberichten zufolge frisch asphaltiert worden, eventuell rutschig. Die Witterungsverhältnisse aber waren gut. Meier will und kann dazu keine Stellung nehmen.

Seine Firma habe diese Route durch das nordische Land aber gekannt. «Diese Nordkap-Reise ist ein Klassiker in unserem Programm. Wir führen sie seit 1998 unverändert durch. Sie wurde schon über 100 Mal gefahren, unfallfrei.»

Der Chauffeur von Eurobus liegt noch in Norwegen im Spital. Er wurde von der Polizei verhört und formell angeklagt. Inzwischen aber ist klar, dass auch er in die Schweiz darf. Die Polizei habe keine Gründe, ihn festzuhalten, erklärte Andreas Meier am Donnerstag Nachmittag gegenüber SRF. Drogen- und Alkoholtests seien negativ ausgefallen.

Andreas Meier betont weiter, dass seine Firma eine eigene Aus- und Weiterbildungsabteilung betreibe, ISO-zertifiziert sei und ein Qualitätslabel von Schweiz Tourismus besitze. Gütesiegel, die nur die wenigsten Busbetriebe aufweisen könnten, wie Meier betont.

Kaum Stornierungen von Reisen bei Eurobus

Auch die Gurtenpflicht werde bei Eurobus ernst genommen. «Die Chauffeure sind verpflichtet, den Fahrgästen vor jeder Reise einen Sicherheitsfilm zu zeigen. Wir kontrollieren die Einhaltung mittels Fragebogen bei unseren Kunden», so Meier. Passagiere von Eurobus bestätigen diesen Sachverhalt. «Aber natürlich kann der Chauffeur während dem Fahren nicht ständig kontrollieren, ob sich alle Passagiere an die Vorschriften halten», räumt Andreas Meier weiter ein.

Reisen mit Bussen seien generell aber sehr sicher, betont Meier weiter. Dies würden Statistiken belegen. Und auch die Kundschaft scheint das Vertrauen nach dem tragischen Unfall in Norwegen nicht verloren zu haben. «Wir haben bisher kaum Kunden, die Reisen stornieren.»

Die Firma Eurobus

Bus von Eurobus

zvg

Eurobus ist an mehreren Standorten in der Schweiz tätig. Das Unternehmen mit aktuell 430 Mitarbeitenden betreibt Reisecars, aber auch öffentliche Verkehrsmittel (zum Beispiel den Regionalbus Lenzburg). Es gehört zur Knecht-Gruppe mit Sitz in Windisch.