Expansionspläne der Axpo beschäftigen Aargauer Politik

Der Stromkonzern Axpo will in die USA expandieren. Sie hat dort ein Wachstumspotential bei den sogenannten Origination-Geschäften geortet. Verschiedene Aargauer Politiker kritisieren die Axpo dafür, aus verschiedenen Gründen. Am Dienstag reichte SVP-Grossrat Martin Keller einen Vorstoss dazu ein.

Axpo Schriftzug

Bildlegende: Die Axpo Holding AG gehört zu 100 Prozent den Nordostschweizer Kantonen. Der Aargau und die AEW sind zusammen der zwe... Keystone

Hintergründe für Expansion:

  • Stromproduktion nicht mehr rentabel
  • Erfolge im Origination-Geschäft in Europa
  • Texas und Nordosten der USA sind für Axpo attraktiv

Was bedeutet «Origination» ?

Zu Origination_Geschäften zählt eine ganze Palette von Dienstleistungen im Energiebereich, die über die Produktion und den Absatz von Strom hinaus reicht. Als Beispiel nehmen wir ein Aluminiumwerk, das für seine Maschinen Energie benötigt. Die Firma weiss nicht genau, wann sie wie viel Strom braucht. Sie will aber sicher sein, dass wenn sie Storm braucht, dass dieser zum bestmöglichen Preis verfügbar ist.

Axpo Schriftzug

Bildlegende: Die Axpo Holding AG gehört zu 100 Prozent den Nordostschweizer Kantonen. Der Aargau und die AEW sind zusammen der zwe... Keystone

Wie aber optimiert sie den Einkauf in einem Markt in welchem Angebot, Nachfrage und der Preis variieren? Möglicherweise muss die Firma bei einem Engpass nämlich zu Höchstpreisen einkaufen.

Deshalb braucht sie die Axpo als Energie-Experten, sagt Ruedi Hug, Verwaltungsrat der Axpo, im Interview mit Radio SRF. Unter den Origination-Charakter fällt so zum Beispiel die Preisabsicherung. Kurz: Diese Art von Geschäft ist nicht nur ein Energie-, sondern auch ein Finanzgeschäft.

Mehrheitlich kritische Stimmen aus der Politik

  • Martin Keller (SVP): «...der Markt in den USA birgt ein grosses Risiko.»
  • Renate Gautschy (FDP): «...strategisch macht die Geschäftserweiterung Sinn.»
  • Hans-Ruedi Hottiger (CVP-Fraktion): «...es fehlen generell Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeiten der Axpo.»
  • Sandra Lehmann (GLP): «...sowohl politisch, wie auch juristisch ist es ein Risiko.»
  • Jürg Caflisch (SP): «...die rechtlische Situation in den USA ist schwierig.»

Gelassene Reaktion der Axpo

«Wir betreiben das Origination-Geschäft in Europa bereits sehr erfolgreich in über 20 Ländern», sagt Verwaltungsratsmitglied Ruedi Hug gegenüber Radio SRF. Ausserdem habe man das Stromgeschäft in Texas und jenes im Nordosten der USA genau analysiert. Die Märkte seien ähnlich wie die in Europa, so Hug weiter.

Ausserdem gründe man eine unabhängige Einheit, welche bei erfolglosen Geschäftstätigkeiten den Aargauer Mutterkonzern Axpo nicht beinträchtigen würde, besänftigt Hug. «Wir haben ausserdem eine Exit-Strategie», sagt der ehemalige Aargauer Grossrat Hug weiter.

Grundsätzlich könne man sowieso sagen, dass die Expansion eine Risikominimierung für das Unternehmen sei. Denn nur durch neue Geschäftsfelder könne die Axpo diese Durststrecke der Investitionen und tiefen Strompreise überleben.

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr)