Fall Dubler: Wohler Gemeinderat untersucht

Es ist ein brisanter Fall: Die Gemeinde Wohlen hat ihrem Gemeindeammann zu hohe Pensionskassenbeiträge bezahlt. Er selbst hat dies angeordnet. Nun klärt der Gemeinderat den genauen Ablauf. Ein Einwohnerrat droht mit einer Strafanzeige.

Sitzung in Wohlen.

Bildlegende: Wieder einmal herrscht in der Wohler Politik dicke Luft. Und wieder einmal steht der Ammann im Fokus. Mario Gutknecht/SRF

Walter Dubler

Bildlegende: Walter Dubler: Der Lohn ging runter, die Beiträge an die Pensionskasse nicht. Ein Fehler, sagt der Ammann. Stefan Ulrich/SRF

Das Gemeindeparlament von Wohlen hat dem Gemeindeammann Walter Dubler den Lohn gekürzt. Seit Anfang 2014 verdient er weniger. Die Beiträge an die Pensionskassen sind jedoch gleich hoch geblieben. Dieser Fakt ist seit Freitag bekannt.

Seit Montagabend ist nun auch klar, wie es dazu gekommen ist. Walter Dubler selbst hat angeordnet, dass die Pensionskassenbeiträge auf dem alten Niveau bleiben. Einen offiziellen Antrag bei seinen Gemeinderatskollegen hat er dafür jedoch nicht gestellt. Dies sei ein Fehler gewesen, hat Walter Dubler eingestanden.

Justiz soll Fall prüfen

Walter Dubler entschuldigte sich am Montagabend auch bei seinen Gemeinderatskollegen und beim Parlament. Zudem habe er die zu viel bezahlten Pensionskassenbeiträge von gut 4'000 Franken auch bereits der Gemeinde zurückbezahlt. Gleichzeitig erklärten die anderen Gemeinderatsmitglieder, dass man den Fall untersucht werde.

Für SVP-Einwohnerrat Jean-Pierre Gallati geht dies zu wenig weit. Er hat den Fall ins Rollen gebracht und fordert den Gemeinderat auf, den Gemeindeammann anzuzeigen. Es sei ein «klassischer Griff in die Kasse», sagte Gallati gegenüber Radio SRF. Wenn der Gemeinderat keine Anzeige erstatte, werde er dies tun.

Entscheide des Einwohnerrates

Das Wohler Gemeindeparlament hat die Rechnung 2014 noch nicht abgesegnet. Zuerst sollen die Vorwürfe gegen den Gemeindeammann geklärt werden. Der Rat lehnte den Kauf des Geländes an der Pilatusstrasse ab. Dort sollte ein neues Schulhaus gebaut werden. Das Grundstück hätte rund fünf Millionen Franken gekostet.