Fertig mit dem Schutz des Trinkwassers vor Nitrat

Der Gemeindeverband Regionale Wasserversorgung Birrfeld (REWA) beendet das seit mehreren Jahren laufende Nitratprojekt auf Ende April 2016. Der Hauptgrund dafür sind die Kosten, welche in den nächsten Jahren entstehen würden, weil der Kanton seine Beiträge kürzt. Sechs Gemeinden sind betroffen.

Man habe sich den Ausstieg aus dem Projekt reiflich überlegt, teilt der Gemeindeverband regionale Wasserversorgung Birrfeld (REWA) am Montag mit. Nach Abwägen aller Vor- und Nachteile habe man aber dann einstimmig die Beendigung des Projektes beschlossen.

Frau trinkt Wasser aus einem Wasserhahn

Bildlegende: Die Regionale Wasserversorgung Birrfeld stellt auf Ende April 2016 das Nitratprojekt ein. Nun braucht es neue Quellen. Colourbox

Zum Gemeindeverband REWA gehören die sechs Gemeinden Hausen, Lupfig, Birrhard, Mülligen, Windisch und Birr. Sie beziehen ihr Trinkwasser aus den Fassungen der Quellen am Reussbord.

Nitratprojekt zu teuer

Als Hauptgrund für den Ausstieg gibt der Gemeindeverband die Kosten an. Weil der Kanton Aargau seine Beiträge an das Nitratprojekt streicht, hätten die sechs Gemeinden zusammen rund 68'000 Franken pro Jahr mehr bezahlen müssen. Diese Kosten seien zu hoch, heisst es auf Anfrage von Radio SRF beim Gemeindeverband.

Bisher bezahlten die Gemeinden 52'000 Franken pro Jahr an das Nitratprojekt. Den Löwenanteil der Kosten übernahm aber jeweils der Bund, rund 300'000 Franken stammen aus der Bundeskasse. Dieses Geld wird aber nur ausgezahlt, wenn auch die Gemeinden ihren Beitrag leisten.

Gemüsebauern freut's

Nitrat gelangt hauptsächlich über die Landwirtschaft ins Grundwasser, konkret durch die in Gülle und Kunstdünger vorhandenen Stickstoff-Verbindungen, welche durch den Boden langsam ins Grundwasser gelangen.

Die Gelder des Nitratprojektes wurden in der Vergangenheit vor allem dazu verwendet, Landwirtschaftsbetriebe zu entschädigen, wenn sie auf den Einsatz von Kunstdünger oder auf die intensive Bewirtschaftung von Feldern verzichten.

Durch die Streichung des Projektes wird in der Region Birrfeld der Gemüseanbau, und damit auch der Einsatz von Düngern nun sehr stark zunehmen, heisst es beim Gemeindeverband.

Fürs Trinkwasser braucht es nun bald andere Quellen

Als Folge des Verzichtes auf das Nitratprojekt müssen nun aber früher andere Quellen für die Trinkwassergewinnung erschlossen werden. Die Quellen am Reussbord, welche heute das Trinkwasser der sechs Gemeinden liefern, würden mittel- und langfristig wohl zu stark mit Nitrat belastet sein.

Beim Gemeindeverband heisst es, dass man sowieso neue Varianten für die Wasserversorgung prüfen müsse, weil die Grundwasser-Konzession in Mülligen per 2028 ohnehin auslaufe. Nun müssten diese Varianten einfach vorgezogen werden.

Die Gemeinden sehen kein Problem mit dem Zeitplan. Da das Nitrat nur langsam durch den Boden ins Grundwasser gelangt, bleibe genügend Zeit, neue Quellen zu erschliessen, bevor die aktuellen mit zu viel Nitrat belastet wären. Allerdings wären die Quellen entlang des Reussbordes dafür in Zukunft kaum mehr als Trinkwasserquellen nutzbar.

Infos des Bundesamtes für Umwelt