Feuer in KVA Oftringen trifft auch Kläranlagen

Weil aktuell die Kehrichtverbrennungsanlage still steht, steht auch die Klärschlammverbrennung still. Der Zeitpunkt ist ungünstig, da verschiedene andere Verbrennungsanlagen demnächst in Revision gehen. Verschiedene Kläranlagen müssen nun umdisponieren.

Die KVA Oftrigen hat Betriebsausfall bis mindestens im September. Grund dafür ist der Brand von Ende Mai. «Der Stillstand in der KVA bedeutet auch ein Stillstand bei der Klärschlammverbrennung», sagt Geschäftsführer Jacques Hartmann gegenüber Radio SRF. Denn die KVA nutze ihre heissen Rauchgase, um Klärschlamm in einem separaten Ofen zu verbrennen.

Kläranlage Oftringen

Bildlegende: Die Kläranlage in Oftringen muss sich nach dem Brand in der KVA für den Klärschlamm neue Abnehmer suchen. Keystone

Wegen des Brandes muss die KVA Oftringen den bereits dort lagernden Klärschlamm nun in andere Verbrennungsanlagen bringen. Das Positive daran sei, dass man damit Erfahrung habe, so Hartmann. Denn kurz vor dem Brand führte die Kehrrichtverbrennungsanlage eine grosse Revision durch, während dieser habe man ebenfalls auf andere Klärschlammverbrennungsanlagen ausweichen müssen.

Doppeltes Pech für die Kläranlagen

Laut Hartmann gehen verschiedene andere Klärschlammverbrennungsanlagen aber demnächst ebenfalls in Revision, was die Kläranlagen nun natürlich vor Probleme stellt. Wohin mit dem Klärschlamm? Mit dieser Frage musste sich beispielsweise die Kläranlage Wildegg befassen.

Diese bringt einen Teil ihres Schlamms nach Oftringen, der andere Teil kommt in eine zweite Anlage in Niedergösgen. Normalerweise. Denn eben: Die KVA Oftringen steht wegen des Brandes still. Und: Niedergösgen ist eine der Anlagen, bei der eine Revision ansteht. Damit fallen beide Abnehmer für den Wildegger Klärschlamm weg.

«  Das ist für uns ein mittelgrosses Problem. Zum Glück haben wir frühzeitig reagiert und Kontakt aufgenommen mit anderen Verbrennungsanlagen. »

Markus Blättler
Geschäftsführer Abwasserverband Region Lenzburg

Die Kläranlage Wildegg ist in Gesprächen mit anderen Verbrennungsanlagen, zum Beispiel derjenigen in Station Siggenthal. Mit der Hilfe der anderen Anlagen käme man über die Runde, sagt Markus Blättler, Geschäftsführer des Abwasserverbandes Region Lenzburg. Hinzu käme, dass die Revision in Niedergösgen ja auch nicht ewig dauere.