Feuerverbot für Solothurner Pfadis: «Nicht cool», aber lösbar

Sommerferien bedeutet Pfadilager. Doch wer in Solothurner Wäldern sein Lager aufschlägt, darf kein Feuer mehr entfachen. Pfadis müssen nun neue Lösungen suchen, was nicht immer «cool» ist. Glück haben die Solothurner Pfadis, die in Kantonen campieren, wo bräteln erlaubt ist.

Mehrere Kinder stehen um eine Feuerstelle, ein Mädchen rührt im Topf

Bildlegende: So ist Kochen mit Feuer erlaubt: Die Feuerstelle der Luzerner Pfadi St. Jakob wurde von der Polizei abgesegnet. ZVG

Wer als Pfadi den Kanton Solothurn für sein Zeltlager ausgesucht hat, der hat Pech: Seit letztem Donnerstag gilt nämlich ein Feuerverbot in Wald und Waldnähe, das hat der Kanton entschieden. Bräteln im Wald ist also verboten. Verschiedene Pfadis mussten deshalb ihre ursprünglichen Pläne umkrempeln, haben aber auch Hilfe erhalten.

Roman Lisser betreibt einen Bauernhof in Ramiswil und hat auf seinem Land die Pfadis aus Binningen und Bottmingen im Kanton Baselland zu Besuch. Ihre Feuerstelle musste vom Wald an einen anderen Ort verlegt werden.

«  Wir haben ihnen eine Feuerstelle auf dem Feld gebaut samt Druckbehälter mit Löschwasser. »

Roman Lisser
Bauer aus Ramiswil

Die beiden Pfadiabteilungen haben zudem von einer nahen Quelle eine Leitung gelegt, als zusätzliche Sicherheit. Die Kantonspolizei Solothurn habe das so verlangt. So dürfen die Pfadis nun doch noch ihre Würste bräteln, wenn auch nicht direkt neben ihrem Lager.

Pfadis suchen bereits Alternativen

Mehr Glück haben Solothurner Pfadi-Abteilungen, welche ausserkantonal ihre Zelte aufgeschlagen haben. Zum Beispiel die Pfadi Thierstein-Breitenbach. Sie campiert derzeit in einem Wald bei Allmendingen im Kanton Bern. Wenn dort ein Feuerverbot ausgesprochen würde, könnten die Pfadfinder aus dem Wald in einem nahe gelegenen Haus kochen. Nämlich dort, wo aktuell die jüngsten Pfadfinder, die Wölfli, übernachten.

«In der Küche würde es aber sehr eng werden, weil gleichzeitig zwei Gerichte gekocht werden müssten», erklärt Pfadileiter Jérôme Kettela, der gleichzeitig der höchste Solothurner Pfadfinder ist.

«  Das wäre natürlich weniger cool als auf dem Feuer zu kochen. »

Jérôme Kettela
Leiter der Pfadi Thierstein-Breitenbach

Noch keinen Plan hat die Pfadi Kleinlützel, die aktuell in Eschlikon im Kanton Thurgau ihre Zelte aufgeschlagen hat. «Wir haben zwar einen Gaskocher dabei, wissen aber nicht, ob wir den brauchen dürften», erklärt Sebastian Stich. Er ist bei der Pfadi für die Küche zuständig. Und: «Ein Gaskocher für rund 30 Personen, das wird mühsam.»