Flüchtlinge sollen im Aargau einfacher einen Job finden

Flüchtlingen fällt der Einstieg in die Berufswelt häufig schwer. Viele von ihnen sind von der Sozialhilfe abhängig. Der Kanton Aargau will nun Gegensteuer geben. Eine Taskforce will die heutigen Prozesse verbessern und auch von der Wirtschaft gibt es positive Signale.

Ein Mann bürstet ein Pferd

Bildlegende: Ein möglicher Einsatzort für Flüchtlingen ist auf dem Bauernhof. Keystone

In den ersten drei Monaten des Asylverfahrens dürfen Flüchtlinge in der Schweiz nicht arbeiten. Und auch danach nur unter strengen Auflagen. Nach einem positiven Asylentscheid dürfen anerkannte Flüchtlinge mit Ausweis B normal arbeiten. Vorläufig Aufgenommene mit Ausweis F brauchen eine besondere Bewilligung, dürfen jedoch auch arbeiten.

Task Force soll Regierung Vorschläge machen

Ende Januar 2016 zählte der Bund im Aargau 1350 solche vorläufig angenommene Flüchtlinge, die als erwerbsfähig gelten. Davon hatten jedoch nur 32,3 Prozent auch tatsächlich Arbeit. Auch bei den Flüchtlingen mit B-Ausweis ist die Erwerbsquote mit 20,6 Prozent schlecht.

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen will der Kanton Aargau nun die Integration verbessern. Dazu hat er Ende 2015 eine Taskforce mit Kantonsangestellten aber auch Gemeinde-Vertretern lanciert. Auch bei der Integration in den Arbeitsmarkt plant diese Arbeitsgruppe laut Regierungssprecher Peter Buri verschiedene Massnahmen.

Im Gespräch mit Radio SRF betont er, dass es in einem ersten Schritt darum gehe, einen Überblick zu geben über die bestehenden Angebote vom Kanton und von privaten Organisationen. Gerade kleine Gemeinden haben häufig wenig Wissen über das Thema.

Mögliche Lücken im Angebot sollen dann mit zusätzlichen Kursen ergänzt werden. Geplant ist auch eine Verbesserung der aktuellen Betreuung, des Coachings der arbeitssuchenden Flüchtlinge und weiter der Ausbau von Praktika bei potentiellen Arbeitgebern.

Wirtschaft punkto Fachkräfte skeptisch

Bei den Wirtschaftsunternehmen sei die Integration von Flüchtlingen in die Arbeitswelt durchaus ein Thema, betont Peter Lüscher, Geschäftsleiter der Aargauischen Industrie und Handelskammer gegenüber Radio SRF. Er wünscht sich von der Politik verbesserte Rahmenbedingungen. In Details solle sich der Kanton aber nicht einmischen.

Lüscher betont weiter, dass es sich bei Flüchtlingen nicht immer um Fachkräfte handle, die im Aargau auch wirklich gebraucht würden. Bei einem Mangel an Ingenieuren nützte auch der beste ausgebildete Kaufmann nichts, so Lüscher.

Gerade in Bereichen wie Hotellerie, Logistik, Bau oder Gastronomie sieht er breite Programme mit Vor-Lehren als gute Lösung. In anderen Branchen rechnet er eher mit vereinzelten, individuellen Lösungen.

Als Grundvoraussetzung für die Integration von Flüchtlingen im Aargauer Arbeitsmarkt sieht er neben guten Deutschkenntnissen die Motivation auf beiden Seiten. Sprachkenntnisse, Bewusstsein für die Regeln des Schweizer Arbeitsmarktes und die Motivation nennt auch Peter Buri als wichtigste Grundvoraussetzungen für eine rasche und erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt.