Flughafen Grenchen Flughafendirektor: «Wir können froh sein um die schwarze Null»

Der Flughafen Grenchen hat 2016 eine schwarze Null eingefahren. Das sei eine grosse Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, heisst es bei der Regionalflugplatz Jura-Grenchen AG. Ideen seien aber gefragt, um die Zukunft des Flughafens zu sichern.

Flughafne

Bildlegende: Grenchen ist bekannt als Flughafen für Geschäftsreisende und als Ausbildungsstätte für angehende Swiss-Piloten. SRF

Die Zahlen:

  • Faktisch resultiert ein Verlust von 31'000 Franken.
  • In der Jahresrechnung steht aber ein Gewinn von 2.6 Millionen. Er resultiert aus der Auflösung von Reserven.
  • Vorjahr: Knapp 400'000 Franken Verlust.
  • Flugbewegungen: weniger als 70'000 (Bodennebel im Herbst/Winter verhinderte Freizeitflüge).

Das Geschäftsjahr 2016 war unter dem Strich erfolgreicher als jenes im Vorjahr. Flughafendirektor Ernest Oggier spricht von rund 31'000 Franken operativem Verlust. Das sei deutlich besser als im 2015, damals waren es 400'000 Franken Verlust. Der Grund damals waren Abschreibungen, weil das Projekt Pistenanpassung/Businessairport nicht realisiert werden kann.

Eine schwarze Null sei unter den aktuellen Umständen gut, sagt Ernest Oggier gegenüber SRF. Gewinne würden sowieso nur die internationalen Flugplätze einfahren. Für die Regionalflugplätze sei es schwierig.

Das Nebengeschäft mit Passagieren sei lukrativ, aber das machen nur grössere Flughäfen, der Flughafen Grenchen nicht. Deshalb könne man hier kaum Gewinne erzielen. Ohne Airlines, ohne Charterflüge, ohne Passagiergeschäft könne man nur dank Schulungsflügen überleben, ist der Flughafendirektor überzeugt.

Er schätze, dass die Swiss (Lufthansa) ihre Schulungsflüge in Grenchen mache. Zudem wolle man das Geschäft mit Hangarvermietungen und Übernachtungsplätzen vorantreiben. Nur so könne die Zukunft des Airports gesichert werden.

«  Wenn es so weitergeht, dann ist irgendwann Ende Feuer. »

Ernest Oggier
Direktor Flughafen Grenchen

Der Flughafen verzeichnete 2016 weniger Flugbewegungen, wie alle Regionaflugplätze in der Schweiz. Es waren weniger als 70'000, teilt das Unternehmen mit. Bodennebel im Herbst/Winter haben weniger Freizeitflüge zugelassen.

Wenn die finanzielle Situation angespannt bleibe, die Flugbewegungen weiter zurückgehen und ein Pistenausbau langfristig nicht möglich sei, dann sei langfristig «Ende Feuer für den Flughafen», sagt Oggier gegenüber SRF. Über kurz oder lang müsse man einen Ausbau des Flughafens angehen, ist er überzeugt.

Fakten zum Flughafen Grenchen:

  • Auf dem Flughafen starten/landen unter anderem Geschäftsreisende.
  • Es gibt zudem Flüge für die Förderung des fliegerischen Nachwuchses, Berufspiloten-, Instrumentenflug- und Kaderausbildung.
  • Swiss International Airlines lässt angehende Piloten die gesamte Grundausbildung an der Flugschule Grenchen absolvieren.
  • Auf dem ganzen Regionalflughafen Grenchen gibt es total 150 Vollzeitstellen (die Betreibergesellschaft alleine macht nur 14 Stellen aus).
  • Grenchen wird zusammen mit dem Flughäfen Bern und Les Eplatures (Chaux-de-Fonds) als Espace Mittelland Flughäfen defininiert. Alle drei arbeiten eng miteinander zusammen und nützen Synergien.
  • Startjahr 1931: Damals wurde der Regionalverband Grenchen des Aero-Club der Schweiz aus der Taufe gehoben. Damit hat alles angefangen.
Flughafen

Bildlegende: 150 Personen arbeiten am Flughafen Grenchen. SRF