Forscher am PSI entschlüsseln die Wirkung von Chemotherapien

Das Villiger Forschungsinsitut PSI meldet einen Durchbruch in der Bekämpfung von Krebs: Die Forscher haben den genauen Wirkungsmechanismus gewisser Medikamente entschlüsselt. Diese werden bei Chemotherapien eingesetzt. Mit den Erkenntnissen könnten nun bessere Medikamente entwickelt werden.

Medikamente für die Krebs-Chemotherapie hindern Zellen daran, sich zu teilen. Da sich Zellen in einem wachsenden Tumor häufiger teilen als andere, werden sie besonders stark geschädigt. Wie das genau geschieht, konnte nun ein internationales Forscherteam unter Schweizer Leitung entschlüsseln.

Erforscht wurde eine bestimmte Gruppe von Krebsmedikamenten, zu der auch Taxol gehört. Der Wirkstoff «friert» die Beweglichkeit der sogenannten Mikrotubuli ein, wie das Aargauer Forschungsinstitut PSI am Donnerstag in einem Communiqué schrieb. Das sind Fasern, die zum Aufbau und zur Teilung von Zellen nötig sind. Dadurch vereiteln diese Substanzen die Zellteilung - auch die der Krebszellen.

Wirkstoff in Synchrotron-Lichtquelle untersucht

Eine Infusion an einem Ständer im Spital

Bildlegende: Das PSI hat die genaue Wirkung von Krebs-Medikamenten untersucht. Nun können die Wirkstoffe optimiert werden. colourbox

Forscher des Paul Scherrer Instituts (PSI) und der ETH Zürich konnten nun zeigen, dass der Mechanismus bei verschiedenen Substanzen dieser Stoffklasse erstaunlich ähnlich ist. Dank der neuen Informationen über die Strukturen könnten bessere Medikamente entwickelt werden, schreibt das PSI.

Einer der untersuchten Wirkstoffe, der in einem marinen Schwamm vorkommt, wurde an der ETH Zürich synthetisch nachgebaut. Die genauen Strukturen wurden an der Synchrotron Lichtquelle Schweiz des PSI bestimmt.