Armut in der Schweiz Führungen zum Thema Armut in der Region Aargau

Gibt es Armut im Aargau? Ja, heisst es bei Caritas Aargau. Das Hilfswerk hat unter dem Titel «unten_durch» in sieben Aargauer Städten und Dörfern eine spezielle Führung zum Thema Armut entwickelt. Start war am Mittwoch in Wohlen.

Zwei Personen spielen Theater.

Bildlegende: Theatermacher Hannes Leo Meier und Caritas-Sozialarbeiterin Isabel Borges bereiten die Führung «unten_durch» vor. zvg/Caritas Aargau

Rund eine Million Menschen in der Schweiz sind armutsgefährdet, etwa 6 Prozent der Bevölkerung. Rund 530'000 Menschen sind armutsbetroffen, davon sind 250'000 Kinder, erklärt Ruth Treyer von Caritas Aargau im Gespräch mit SRF.

Armut sei nicht sichtbar, findet Caritags Aargau. Deshalb die Idee zu den Rundgängen. Es seien nicht nur Sozialhilfebezüger arm. Auch Working Poor oder Menschen, die Ergänzungsleistungen beziehen, sind arm. Man könne nicht an der Gesellschaft teilhaben, das sei ein Indikator für Armut, so Treyer im Gespräch.

«  Nicht nur Sozialhilfebezüger sind arm.  »

Ruth Treyer
Mitinitiantin der Caritas-Führungen im Aargau

Die sozialpolitische Diskussion im Aargau sei geprägt von Abbau- und Spardebatten, schreibt Caritas Aargau in einer Mitteilung zu den neuen Führungen: «Von Armut betroffene Menschen müssen buchstäblich unten durch». Mit den Führungen will Caritas Aargau den sozialpolitischen Diskurs beleben.

Die Führungen finden in sieben Aargauer Städten und Dörfern statt: Aarau, Baden, Bremgarten, Brugg, Frick,Wohlen und Zofingen. Sozialarbeitende sollen während den Führungen Wissen und Hintergründe vermitteln.

Zudem treten Laienschauspieler auf, welche Einblick in den Alltag von armutsbetroffenen Menschen geben sollen.