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Aargau Solothurn Fussballspiel Aarau-Zürich ohne Gästefans

Die Begegnung FC Aarau gegen FC Zürich vom Samstag wird ohne Gästefans ausgetragen. Das teilt die Aargauer Kantonspolizei mit. Der Entscheid sei nach einer umfassenden Risikobeurteilung gefallen, so die Polizei. Die öffentliche Sicherheit sei im Umfeld des Spiels erheblich gefährdet.

Legende: Video Keine FCZ-Fans abspielen. Laufzeit 2:55 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 23.04.2015.
Wir gewichten in diesem Fall den Schutz von Leib und Leben höher als kommerzielle Interessen.
Autor: Bernhard GraserSprecher Aargauer Kantonspolizei

In jüngster Vergangenheit kam es immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Fans des FC Zürich und des FC Aarau. Die Fans haben sich im November 2014 am Bahnhof Aarau geprügelt. Die Schlägerei forderte einen Verletzten und sorgte für harte Kritik von diversen Seiten.

Der Aargauer Polizeidirektor Urs Hofmann sprach damals im Zusammenhang mit der Massenschlägerei von einer «absoluten Sauerei».

Ausschreitungen bei FCZ-Spielen gaben Ausschlag

Man habe, wie vor jedem Spiel, eine Risikobeurteilung gemacht, so die Aargauer Kantonspolizei. In Absprache mit Polizeidirektor Urs Hofmann habe man entschieden, am Samstag keine Gästefans im Aarauer Stadion Brügglifeld zuzulassen. Der Entscheid sei dem FC Aarau heute per Verfügung mitgeteilt worden.

Fackel auf Spielfeld
Legende: Eine von vielen Fackeln, welche durch Zürcher Fans am 12. April 2015 auf dem Spielfeld landete. Keystone

«Einige Fans des FC Zürich sind in letzter Zeit durch massive Gewaltanwendung gegenüber Ordnungskräften und anderen Fangruppen aufgefallen», begründet Polizeisprecher Bernhard Graser die Massnahme.

Deshalb habe die Polizei entschieden, das Hooligan-Konkordat in diesem Fall anzuwenden. «Wir hätten sogar noch weiter gehen können aufgrund unserer Lagebeurteilung und das Spiel ganz verbieten. Das wollten wir aber doch nicht.»

Wir hätten noch weiter gehen können (...) und das Spiel ganz verbieten.
Autor: Bernhard GraserSprecher Kantonspolizei Aargau

Fans des FC Zürich sind in jüngster Zeit mehrfach negativ aufgefallen. Zum Beispiel musste das Spiel gegen Basel am 12. April unterbrochen werden, weil Chaoten Petarden auf das Spielfeld geworfen hatten. Am selben Tag legten FCZ-Fans den Bahnverkehr lahm. Sie hatten im Zug die Notbremse gezogen und waren auf die Gleise geströmt.

Erstes Spiel ohne Gäste-Fans auf Anordnung des Kantons

Es ist das erste Mal, dass die Polizei im Aargau eine solche Massnahme beschliesst. «Natürlich ist das für den FC Aarau nicht einfach, weil ihm dadurch Einnahmen entgehen», zeigt sich Bernhard Graser verständnisvoll. «Aber in diesem Fall gewichten wir den Schutz von Leib und Leben höher als kommerzielle Interessen.»

Die Polizei ruft Fans des FC Zürich auf nicht nach Aarau zu reisen. Man werde gegen Störer vorgehen und diese strafrechtlich zur Verantwortung ziehen, droht die Polizei. Sie wird mit einem entsprechenden Dispositiv am Bahnhof und vor dem Stadion Brügglifeld präsent sein.

Auch der FC Zürich hat inzwischen auf den Beschluss aus Aarau reagiert. Er fordert seine Fans dazu auf, sich an die Weisungen der Aargauer Behörden zu halten.

Verlust für FC Aarau

Der FC Aarau rechnet mit 70'000 Franken Ertragsausfall. Der Club ist enttäuscht über den Entscheid.

Der Vorverkauf im Internet bleibt gesperrt. An der Abendkasse gibt es keine Tickets. Unterdessen ist eine Lösung für die Aarauer Fans organisiert. Tickets gibt es an drei Orten in Aarau, höchstens zwei Tickets pro Person.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Reinmann, Solothurn
    Die Aargauer Kantonspolizei tut das einzig Richtige. Ich hoffe sehr, dass dieses Beispiel Schule machen wird! Künftig werden sich Polizeidirektoren unangenehme Fragen stellen müssen, wenn Gästesektoren nicht gesperrt und danach Randale verübt wurden... ...ich sehe da zumindest ein Lichtlein am Horizont...
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  • Kommentar von Nico Basler, Basel
    Wäre doch eine Möglichkeit fürs nächste Heimspiel FCB-FCZ/GC die paar verkauften Tickets decken ja nicht einmal die Schäden.
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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    Nur noch handverlesene Zuschauer zulassen, für welche der Verein die volle Verantwortung übernehmen muss , oder im Extremfall KEINE Zuschauer mehr. Auch wenn dadurch die Stadien nicht mehr gefüllt werden, können die Vereine über die TV-Uebertragungsrechte die entgangegenen Einnahmen ersetzen. Die Hooligankltur mit ihren pübertätsgeschädigten und zerstörungswütigen Typen muss ein Ende haben.
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