Gefängnis Lenzburg prüft Drohnen-Abwehr

In Deutschland gab es bereits mehrere Fälle: Drogenhändler haben ihre Ware mit Drohnen in Gefängnisse geschmuggelt. Auch bei uns verfolgen die Gefängnisse die Entwicklung. Recherchen von Radio SRF zeigen: Die JVA Lenzburg führt bereits Gespräche mit einem Lieferanten von Drohnen-Abwehr-Systemen.

Drohne vor blauem Himmel.

Bildlegende: Wenn eine Drohne Kurs nimmt auf das Gefängnis Lenzburg, wird ein Alarm ausgelöst. Keystone

Drohnen boomen. Mit den kleinen Minihelikoptern können Hobbyfilmer etwa Luftaufnahmen erstellen, weswegen sich Personen in ihrer Privatsphäre verletzt fühlen (siehe Video). Die Drohnen können jedoch auch für andere – kriminelle – Zwecke missbraucht werden. In Deutschland etwa haben Dealer Drogen und andere Waren in Gefängnisse geflogen.

In der Region Aargau Solothurn beobachtet man die Situation, wie eine Umfrage von Radio SRF zeigt. Die JVA Lenzburg will sogar aufrüsten, berichtet das Regionaljournal Aargau Solothurn. Man prüft ein System, welches Alarm schlägt, sobald eine Drohne im Anflug ist.

Danach sollen die Kameras automatisch in den Bereich schwenken und die Gefängnismitarbeiter sollen die Drohne dann abfangen. Für ein solches System gibt es Gespräche mit einem Zulieferer von Militär und Geheimdienst.

Satellitengesteuerte Drohnen

Dem Direktor der JVA Lenzburg, Marcel Ruf, machen dabei weniger die ferngesteuerten Drohnen Sorgen. Die Gefängnismitarbeiter würden es sehen, wenn jemand vor dem Gefängnis eine Drohne starten würde. Vielmehr sind es die Drohnen, welche per GPS automatisch ins Gefängnis fliegen. Diese können von weiter weg starten als die ferngesteuerten Drohnen.

Ob das Gefängnis in Lenzburg eine Drohnen-Abwehr einführt ist noch nicht entschieden. Es ist vor allem eine Frage der Kosten.

Video «Der Spion, der vom Nachbar kam» abspielen

Der Spion, der vom Nachbar kam

4:08 min, aus 10vor10 vom 7.1.2013