Gegenwind für Fahrende in Merenschwand

Der Kanton Aargau möchte zwei neue Durchgangsplätze für Fahrende in Betrieb nehmen. Vor allem der geplante Platz in Merenschwand löst Widerstand aus. Verschiedene Parteien lehnen das Projekt kategorisch ab, andere stellen zusätzliche Forderungen.

Wohnwagen stehen in Reih und Gled vor einem WC-Haus aus Beton auf dem Durchgangsplatz für Fahrende in Aarau.

Bildlegende: Die geplanten Durchgangsplätze für Fahrende (im Bild der Platz Aarau) haben sanitäre Einrichtungen und Strom-Anschlüsse. Keystone

Im Kanton Aargau gibt es laut Baudepartement zu wenig Platz für Fahrende: Deshalb will der Kanton neue Durchgangsplätze errichten. Geplant sind neue Plätze in Würenlos in der Nähe der Autobahn A1 und in Merenschwand im Freiamt. Die beiden Plätze sollen in den Richtplan aufgenommen werden.

Platz in Merenschwand hat einen schweren Stand

Vor allem der geplante Durchgangsplatz in Merenschwand löst Widerstand aus. Bürger vor Ort haben sich schon mit Kundgebungen gegen die Einrichtung zur Wehr gesetzt. Und nun sprechen sich auch verschiedene Aargauer Parteien gegen das Projekt aus. Die Anhörung zeigt: Die Bürgerlichen wehren sich eher gegen den Platz neben dem neuen Kreisel auf der Strasse nach Benzenschwil.

SVP und CVP lehnen den Platz an diesem Standort kategorisch ab. Die BDP fordert in ihrer Stellungnahme, dass die Fahrenden für Betriebs- und Unterhaltskosten aufkommen müssten. Sie will einen entsprechenden Zusatzantrag stellen.

Die FDP hingegen  befürwortet einen Platz für Fahrende in Merenschwand. Man anerkenne die Bedürfnisse der 3000-5000 Fahrenden in der Schweiz. Es sei jedoch wichtig, dass dieser Platz lediglich von Schweizer Fahrenden benutzt wird. So ist dies auch geplant.

Die Aargauer Sozialdemokraten zeigen sich erfreut darüber, dass die Aargauer Regierung ihr Konzept umsetzen will. Sie fordert neben geplanten und bereits bestehenden Plätzen «noch mindestens einen zusätzlichen Platz» im Kanton.