Gegner und Befürworter der Südwestumfahrung sehen sich als Sieger

Das Resultat lässt eigentlich keinen Interpretationsspielraum: Über 68 Prozent der Aargauer Stimmberechtigten sagen Ja zur Südwestumfahrung von Brugg. Der Brugger Stadtammann zeigt sich deshalb erwartungsgemäss erfreut. Aber auch die Gegner sehen sich als Teilsieger im Abstimmungskampf.

Stadtammann in Leuchtweste an einer Strasse, in der Hand ein Flyer für die Umfahrung.

Bildlegende: Der Brugger Stadtammann im Abstimmungskampf: Seine Bemühungen wurden vom Stimmvolk belohnt. zvg

Daniel Moser ist erleichtert über den Ausgang der Abstimmung. Der Brugger Stadtammann hatte sich aktiv für die Südwestumfahrung eingesetzt. "Ich habe Widerstand gespürt, gerade hier in der Gegend", erklärte er am Sonntag auf Anfrage des Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Umso mehr freut ihn das deutliche Verdikt des Aargauer Stimmvolkes.

Ausgerechnet "seine" Stadt Brugg aber stimmte nur zaghaft für das Umfahrungsprojekt: Mit 52 Prozent Ja-Stimmen fiel die Zustimmung knapp aus, viel knapper als im Rest des Kantons. "Die Gegner haben verschiedene bereits geprüfte Ideen wieder neu auf den Tisch gebracht. Diese klingen zwar gut, wären aber allesamt nicht bezahlbar gewesen", erklärt Moser diesen Umstand.

Auch die Gegner sind zufrieden

Aber auch die Gegner der Südwestumfahrung zeigen sich nach der verlorenen Abstimmung frohen Mutes. VCS-Geschäftsführer Micha Siegrist meint, man habe mehr Nein-Stimmen erreicht als zum Beispiel noch bei der Umfahrung Mellingen. "Wir konnten einen viel aktiveren Abstimmungskampf führen."

Micha Siegrist ist überzeugt davon, dass die Argumente der Strassen-Gegner langsam aber stetig bekannter werden. "Natürlich kann man eine solche Behörden-Vorlage auf kantonaler Ebene nicht gewinnen. Aber es ist doch schon eine Sensation, dass die Aargauer Zeitung dieses Mal auf unserer Seite gestanden ist."