Gelbbrauenlaubsänger erfreut Ornithologen auf dem Subigerberg

Vier Wochen dauerte die Vogelberingungsaktion auf dem Subigerberg im Solothurner Jura. In diesem Jahr gingen weniger Vögel ins Netz als in anderen Jahren, dafür aber einige ganz spezielle: Zum Beispiel der Gelbbrauenlaubsänger.

Vom Gelbbrauenlaubsänger gingen auf dem Subigerberg in der bald 50-jährigen Forschungsarbeit für den Vogelzug erst zwei Tiere in die Netze. Der Gelbbrauenlaubsänger von diesem Jahr miteingerechnet. Dieser Vogel sei sehr selten, sagt Patrick Frara, der Stationsleiter des Subigerbergs.

«  Der Gelbbrauenlaubsänger ist sehr selten, er ist ein Sibirischer Irregast. »

Patrick Frara
Stationsleiter Subigerberg

Normalerweise ziehe der Gelbbrauenlaubsänger Richtung Asien. In den letzten Jahren sei er aber vermehrt auch in Europa gesichtet worden. Die Gründe für dieses Phänomen sind aber noch nicht erforscht.

Rund 1300 Vögel beringt und 95'000 beobachtet

Aufgrund der anhaltenden Bisenlage habe man in diesem Jahr etwas weniger Vögel beringen und beobachten können, sagt Patrick Frara. Schuld daran sei die Bise. Die Vögel nützen den Wind auf ihrem Weg Richtung Südwesten und fliegen bei Bisenlagen deshalb etwas höher als normalerweise.

Dennoch ist Patrick Frara zufrieden. Es habe einige Besonderheiten zu beobachten gegeben. Zum Beispiel zwei Merline, ein Fischadler, ein Raubwürger und zwei Rotkehlpieper. Zahlenmässig dominieren bei den Beobachtungen aber klar die Buchfinken (ca. 50'000), die Ringeltauben (ca. 14'000) und die Erlenzeisige (ca 10'000).

Auch im Netz gab es ein paar seltene Vögel. Hier fanden die Ornithologen - nebst dem Gelbbrauenlaubsänger - unter anderem auch einen Raufusskauz, ein Braunkehlchen, einen Turmfalken, zwei Zaunammern und zwei Sperber.

Daten für die Forschung

Der Subigerberg ist die einzige Vogelberingungsstation in den Kantonen Aargau und Solothurn.

Im nahen Baselbiet befindet sich noch die Station Ulmethöchi. Sämtliche Daten des Subigerbergs werden an die Vogelwarte Sempach übermittelt.

In der Vogelwarte laufen die Daten aus allen Vogelberingungsstationen in der Schweiz zusammen. Sie werden unter anderem für die Forschung benötigt. So dass man die weite Reise, die viele Vögel jährlich auf sich nehmen, besser zu verstehen lernt.