Geld für «abstruse Geschäftsideen» veruntreut

Das Solothurner Obergericht hat einen Treuhänder und seine Geschäftspartnerin zu mehrjährigen Freiheitstrafen verurteilt. In diesem Betrugsfall geht es um über 30 Millionen Franken.

Aussenansicht des Amtshauses Solothurn, in welchem sich auch das Obergericht befindet.

Bildlegende: Die beiden Angeklagten sind nicht vor dem Obergericht erschienen. SRF

Es ist einer der grössten Betrugsfälle im Kanton Solothurn. Ein Solothurner Treuhänder und seine deutsche Geschäftspartnerin haben über 30 Millionen Franken veruntreut. Rund 100 Opfer hatten ihnen Geld anvertraut. Die beiden Täter haben ihren Kunden hohe Renditen versprochen und versichert, dass die Investitionen sicher seien.

Tatsächlich haben sie jedoch einen grossen Teil der anvertrauten Gelder für sich selber und für «abstruse Geschäftsideen» gebraucht, wie der Richter des Obergerichts am Dienstag bei der Urteilsverkündung sagte. Wie bereits zuvor das Amtsgericht hatte auch das Obergericht keine Zweifel, dass die beiden Angeklagten schuldig sind.

Mehr Jahre für die Deutsche, weniger für den Solothurner

Das Gericht hat die deutsche Geschäftspartnerin zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Dies ist ein halbes Jahr mehr, als zuvor beim Prozess beim Amtsgericht. Für die Oberrichter war klar, dass die Deutsche die Haupttäterin war.

Ein wenig milder ist dagegen das Urteil für den Solothurner Treuhänder ausgefallen. Seine Strafe hat das Obergericht von vier auf drei Jahre reduziert. Unter anderem wegen seiner schlechten Gesundheit muss er davon nur ein Jahr auch wirklich absitzen.

Die Angeklagten haben die Verkündung des Urteils nicht mitverfolgt. Der Treuhänder war krankgeschrieben. Die Geschäftspartnerin ist bereits schon wieder in Deutschland. Deshalb konnten die Anwälte auch nicht sagen, ob die Verurteilten das Urteil weiterziehen wollen. Auch der Staatsanwalt wollte dies noch nicht bekannt geben. Er wolle zuerst die Begründung des Urteils genau lesen.

Regionaljournal Aargau Solothurn (24.9.2013 17:30)