Geldvergabe: «Flamencos en route» fühlt sich benachteiligt

300'000 Franken hat «Flamencos en route» aus Baden pro Jahr zur Verfügung. Nun wird dieser Betrag vom Kanton gekürzt. Bei der Flamenco-Tanzcompagnie versteht man das nicht, und beruft sich auf eine Ausnahme-Klausel im Aargauer Kulturgesetz. Der Kanton sieht das nicht ganz gleich.

2 Frauen klatschen vorne im Rhytmus, hinten wird getanzt und musiziert.

Bildlegende: 2014 wurde in der alten Aarauer Reithalle für die Jubiläumsproduktion geprobt. SRF/Bähram Alagheband

Eben feierte die Flamenco-Tanzcompagnie «Flamencos en route» aus Baden ihren 30. Geburtstag mit einer vierteiligen Jubiläumsproduktion. Nun macht man sich Sorgen über die Zukunft der Compagnie.

Weniger Swisslos-Gelder aus Spargründen?

Denn: Während der Kanton aus dem Swisslos-Fonds dem Künstlerhaus Boswil zum Beispiel drei Millionen Franken für einen Aus- und Umbau gibt, wird bei anderen Kulturorganisationen gekürzt.

Geldstapel

Bildlegende: Der Kanton zahlt Kulturprojekte u.a. aus dem Swisslos-Fonds. Wird bei gewissen Kulturorganisationen gekürzt? Keystone

Ende letzter Woche beklagte sich die Oper Schloss Hallwyl über Kürzungen, nun meldet sich auch «Flamencos en route» und beschwert sich über Kürzungen des Kantons. Das behauptet jedenfalls die Compagnie und schreibt in einer Mitteilung, das habe der Swisslos-Fonds «signalisiert». Es gehe um Sparmassnahmen

Das stimmt nicht, heisst es beim Kanton Aargau. Es habe noch überhaupt keine Signale gegeben, informiert Philipp Kuhn, stellvertretender Leiter Abteilung Kultur. Und von Spargründen habe hier niemand gesprochen.

«  Aus Spargründen wurde noch nie ein Beitrag aus dem Swisslos-Fonds verweigert. »

Philipp Kuhn
Abteilung Kultur beim Kanton Aargau

Zuerst müsse man das Gesuch auf dem Tisch haben und prüfen, erst dann könne man entscheiden, erklärt Philipp Kuhn gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn. Es gebe ganz bestimmt noch Gespräche mit «Flamencos en route».

Kuhn sagt aber auch klar, dass in erster Linie das Kuratorium und nicht der Swisslos-Fonds als Geldgeber für die Flamenco-Tanzcompagnie zuständig sei. Weil: «Flamencos en route» gehört laut Kuhn in den Förderbereich.

Ausnahmen sind möglich, aber...

Dessen ist man sich dort bewusst, erklärt die künstlerische Leiterin Brigitta Luisa Merki. Aber bis anhin habe es immer auch Ausnahmen gegeben, das sei laut Aargauer Kulturgesetz auch explizit so möglich. Ja, das ist so, bestätigt Philipp Kuhn. Zum Beispiel bei Jubiläen wie eben im letzten Jahr bei «Flamencos en route».

Doch wie es mit Ausnahmen so ist: Immer gibt es das nicht. Man werde dieses Gesuch prüfen und dann entscheiden, erklärt Philipp Kuhn.