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Gemeinden setzen häufig immer noch auf Ölheizungen
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 03.12.2019.
abspielen. Laufzeit 04:43 Minuten.
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Gemeinden müssen entscheiden Portemonnaie oder Klimaschutz?

Heizung in schlechtem Zustand: Die Heizung im Gemeindehaus in Wangen bei Olten ist in einem sehr schlechten Zustand: «Es ist wirklich Mätthaus am Letzten, wir müssen die Heizung ersetzen», sagt Gemeindepräsidentin Daria Hof zu SRF. Aktuell wird mit Öl und Gas geheizt, die Gemeinde hat sich aber auch Alternativen aufzeigen lassen. Den Finanzen zuliebe habe sich der Gemeinderat aber schliesslich dafür entschieden, die Heizung 1 zu 1 zu ersetzen, erklärt Hof. Die Gemeinde hat sich also gegen eine Umstellung auf erneuerbare Energien entschieden.

Man muss auch im Kleinen anfangen. Die Gemeinden sollten ein Vorbild sein.
Autor: Martin BlappMotionär

Bevölkerung interveniert: Martin Blapp, der in Wangen bei Olten wohnt, konnte diesen Entscheid nicht nachvollziehen. Er reichte zwei Motionen ein, zusammen mit drei weiteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern. «Das Klimathema ist aktuell in aller Munde und man muss auch im Kleinen anfangen. Die Gemeinden sollten hier auch als Vorbild vorausgehen», begründet Blapp diesen Schritt. Blapp und seine Mitstreiter hatten damit Erfolg, an der Gemeindeversammlung wurden ihre Motionen angenommen.

Symbolbild.
Legende: Die Energiefachstelle des Kantons Solothurn freut sich über Gemeinden, die vom Heizöl wegkommen. Keystone

Freude bei beim Kanton: «Wir begrüssen den Entscheid von Wangen bei Olten, hier eine Vorbildfunktion einzunehmen», freut sich Urban Biffiger, Leiter der Energiefachstelle des Kantons Solothurn. Es sei extrem wichtig für den Erfolg der Klima- und Energiestrategie 2050, dass die öffentliche Hand als Gebäudebesitzerin diese Vorbildfunktion wahrnehme. Der Kanton wolle hier als gutes Beispiel vorausgehen, wichtig sei aber eben auch, dass die Gemeinden mitziehen würden.

Heizungen werden immer noch häufig 1 zu 1 ersetzt

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Wie viele Gemeinden mitziehen und zum Beispiel beim Ersatz einer alten Heizung auf erneuerbare Energien umstellen, dazu hat man beim Kanton Solothurn keine genauen Zahlen. Dies sei den Gemeinden selber überlassen, sagt Urban Biffiger, Leiter der Energiefachstelle.

Fakt sei aber: Im Kanton gebe es noch 45'000 fossile Heizungen, bei Gemeinden, Privaten aber auch im Gewerbe. Pro Jahr würden rund 900 davon ersetzt, in den meisten Fällen jedoch 1 zu 1. Das heisst, dass Öl- und Gasheizung durch Öl- und Gasheizung ersetzt werden. Nur zehn Prozent würden durch erneuerbare Systeme wie Wärmepumpen, Holz oder Fernwärme ersetzt, dies sei natürlich sehr wenig, hält Biffiger fest.

Gemeindeversammlung mit Kosten überzeugt: Martin Blapp ist erfreut, dass seine Gemeinde nun auf eine ökologische Wärmepumpe setzt. Seine Mitbürger konnte er nicht mit Umweltargumenten sondern mit finanziellen Argumenten überzeugen. Denn: eine ökologische Wärmepumpe ist nur bei der Anschaffung teurer als eine fossile Heizung. Über die Jahre sei sie jedoch billiger. Ein Fakt, den man auch bei der Energiefachstelle des Kantons Solothurn bestätigt.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von b. glaset  (glaset)
    dass Gemeinden hier eine Vorbildfunktion einnehmen.. schön und gut, aber wer bezahlts? die Steuerzahler! Die neue Oelheizung ist viel oekologischer als die Alte, nur das wird heutzutage glatt unterschlagen, unsere Firma musste vor 5 Jahren auf Geheiss der Gemeinde die alte Oelheizung ersetzen, mit dem neuen Brenner sparten wir plötzlich fast die Hälfte Heizlöl ein. Das ist auch Umweltschutz. Wärmepumpe geht nicht, da wir lt. Spezialisten 3 Wärmepumpen bräuchten und dafür keinen Platz hätten.
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  • Kommentar von Walter Mathys  (wmathy)
    Das kann ich nur unterstützen. Wir heizen schon seit 2010 mit Erdwärme und haben damit ca. 5 Tonnen CO2 vermieden. Die Heizkosten sind noch einen Drittel gegenüber dem Gas. Die Gemeinden sind eigentlich in der Pflicht, auf erneuerbare Energie um zu stellen.
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