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Geordneter Rückzug Schweizer Kultmarke «Zimtstern» hört auf

Legende: Video Schweizer Kultmarke «Zimtstern» hört auf abspielen. Laufzeit 04:15 Minuten.
Aus 10vor10 vom 20.02.2018.

Die Kultmarke: 1995 gründen Thomas Meyer und Reto Kuster in einer Aargauer Garage das Modelabel Zimtstern und werden zu Pionieren. Sie kreieren Wintersportmode, die man auch neben der Piste trägt. Besonders für Snowboarder wird die Marke zum Lifestyle. Zimtstern beliefert Händler und hat eigene Läden, unter anderem in München. Die Marke etabliert sich ausserhalb der Schweiz, ist gar mit einem Werbespot auf dem Kult-Sender MTV präsent. Nach und nach produziert Zimtstern neben Wintersportmode auch Mützen, Taschen, Freizeit- und Velokleider. Später verkaufen die Gründer ihre Firma.

Kleiderständer mit Zimtstern-Kleidern und dem Logo im Vordergrund.
Legende: 1995 wurde Zimtstern gegründet, als kleines «Do-it-yourself Garagenlabel», wie es auf der Homepage heisst. Bähram Alagheband/SRF

Das Ende einer Ära: Zuletzt ging das Wintersportgeschäft schweizweit zurück und wegen der Frankenstärke hatte es Zimtstern im restlichen Europa zuletzt schwer, sagt Geschäftsführer Thomas Triet und bestätigt Recherchen von «10vor10». Mehrere Gründe führten dazu, dass sich Triet zum «geordneten Rückzug» entschlossen hat. Die aktuelle Winterkollektion ist schon die letzte. Im Sommer gibt es die wohl letzte Kollektion für Mountainbiker – hier besteht aber noch Hoffnung auf eine Lösung. Die Belegschaft (elf Mitarbeitende) haben im Herbst davon erfahren und per Ende April die Kündigung erhalten. Einige sind schon weg, die meisten bleiben aber an Bord solange die Firma besteht, heisst es.

Triet steht am Computer im Zimtstern-Shop in Suhr/AG.
Legende: Thomas Triet ist seit 2005 bei Zimtstern und seit 2010 in der Geschäftsleitung. Bähram Alagheband/SRF

Die Analyse des Experten: Was hätte Zimtstern anders machen können, um nicht unterzugehen? «Nichts», meint Markenexperte und Hochschuldozent Stefan Vogler. Eine Trendmarke habe nun mal eine beschränkte Lebensdauer. Nur wenige Trendmarken hätten das Potenzial zum Klassiker. «Die hohe Professionalität von Zimtstern zeigt sich nun auch im geordneten Marktaustritt», so Vogler. Dieser Umstand und der Kult um Zimtstern führe dazu, dass die Marke noch einiges an Wert habe und verkauft werden könnte.

Vogler schaut sich eine Zimtstern-Jacke genauer an.
Legende: Laut Markenexperte Stefan Vogler hat Zimtstern keinen Fehler gemacht, sondern als Trendmarke den Zenit erreicht. Bähram Alagheband/SRF

Ein Hoffnungsschimmer: Laut Zimtstern-Geschäftsführer Thomas Triet gibt es Interessenten für die Marke. Noch ist aber unklar, ob sie verkauft wird. Sicher ist: Zimtstern als Kult-Wintersportmarke wird es nicht mehr geben. Einzig der Bereich «Bike-Mode» könnte vielleicht weitergeführt werden, heisst es. «Das tut schon weh», meint Thomas Triet, «aber es gab keinen anderen Ausweg mehr. Leider». Die Zimtstern-Gründer wollten sich zum Thema nicht äussern. Seit 2013 gehört Zimtstern der Aargauer Oel-Pool AG, welche zu 45 Prozent der Lagerhäuser der Centralschweiz AG in Buchs/AG gehört.

2 Skijacken und 1 T-Shirt hängen in den Büroräumlichkeiten von Zimtstern in Suhr im Aargau.
Legende: Diese Kleidungsstücke gehören zu den ersten Kollektionen, die Zimtstern in den 90er Jahren heraus gebracht hat. Bähram Alagheband/SRF

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5 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Habe noch nie so etwas gehört oder gesehen. Ich bin halt schon etwas älter, aber etwas Schönes trage ich immer noch gern. Leider gibt es nur noch sehr wenige "Kleidergeschäfte" die etwas für "unseren" Geschmack haben. Heute habe ich gerade einen solchen gefunden und ein paar wunderschöne T-Shirts gekauft. Es ist eine ältere Dame die eben diesen Geschmack hat. Nichts für "Teenis" und keine "Elegante" einfach nur schön. Ich habe aber froh, dass die jungen Leute ihre eigene Mode haben.
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  • Kommentar von Yann Amsler (Trigger Wigger)
    Schweizer Kultmarke, made in China. Sowas kauf ich nicht.
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Aber gestern in den Nachrichten, hat der Online-Handel noch weiter zugelegt. Führende Firmen im Online-Handel sind die Chinesen! Fakt ist, dass der Online Handel viele kleine & mittlere KMU's zerstört & Arbeitsplätze hier in der Schweiz vernichtet. Traurig anzusehen, wie immer mehr Läden verschwinden.
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  • Kommentar von Danny Kinda (Kinda)
    Damals Ende 90's waren sie eine gute Alternative neben Burton und hatte selbst Snowboard Sachen der Marke aber mit der Zeit merkte man einfach dass da nichts ansprechendes kam und hatte auch gegen inländische Konkurrenz Mühe. Ein weiteres Problem: Qualität. Ich hatte eine Jacke wo z.B Druckknöpfe nicht zusammen passten und das war kein Einzelfall. Aber jetzt erklären sich auch die vielen Sale Mails im Postfach. Schade, aber so läuft es eben.
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