Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Aargau Solothurn Gerigate: Chat-Partnerin soll zahlen – und wehrt sich nun

Nach der Nacktselfie-Affäre des Badener Stadtammanns Geri Müller verurteilt die Berner Staatsanwaltschaft seine damalige Chatpartnerin zu einer bedingten Geldstrafe, einer Busse und zu einer Entschädigung für Müller. Diesen Strafbefehl aus Bern akzeptiert die Frau aber nicht.

Schuldig in allen Punkten: So lautet der Strafbefehl der Berner Staatsanwaltschaft gegen die Frau, welche als Chatpartnerin des Badener Stadtammanns Geri Müller Fotos mit sexuellem Inhalt erhielt.

Geri Müller blickt nach oben.
Legende: Geri Müller erhält von der Berner Staatsanwaltschaft Recht, was seine Anzeigen angeht. Die Chatpartnerin wehrt sich nun. Keystone

Busse und Entschädigung für Müller?

Müller hatte diese Fotos während seiner Arbeitszeit gemacht. Im Sommer 2014 machte die Zeitung «Schweiz am Sonntag» den Fall publik. Nun hat die Berner Staatsanwaltschaft entschieden: Sie verurteilt die Chatpartnerin wegen der unerlaubten Aufnahme eines Gesprächs zwischen der Frau und Müller. Hinzu kommt eine Verurteilung wegen versuchter Nötigung, übler Nachrede, Urkundenfälschung und Beschimpfung.

Gemäss dem Strafbefehl erhält die Frau eine bedingte Geldstrafe von 9000 Franken. Hinzu kommt eine Busse von 1800 Franken oder 30 Tage Gefängnis. Ausserdem soll die Frau an Geri Müller eine Entschädigung zahlen von 16'292 Franken. Und: Die Frau soll Gerichtskosten von gut 8100 Franken übernehmen.

Chatpartnerin wehrt sicht

Die Verurteilung ist noch nicht rechtskräftig, denn die Chatpartnerin kann Einspruch erheben. Und genau das hat sie bereits getan, wie sie dem Regionaljournal Aargau Solothurn auf Anfrage bestätigt.

Sie sei nicht einverstanden mit dem Strafbefehl. Verschiedene Anschuldigungen könne sie so nicht akzeptieren, erklärt die Frau. Was genau an diesem Strafbefehl nicht stimme, will sie zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen. Damit steht fest: Es kommt zu einem Gerichtsprozess im sogenannten Gerigate.

Geri Müller war für eine Stellungnahme telefonisch nicht zu erreichen. Dem Regionalsender Tele M1 sagte er, dass er den Strafbefehl zur Kenntnis nehme. Was er zur Einsprache seiner ehemaligen Chatpartnerin sagt, ist nicht bekannt.

Weitere Folgen?

Geri Müller hat noch weitere Anzeigen gemacht, über die noch nicht entschieden worden ist. So hat er Strafanzeige gemacht gegen drei weitere Personen:

  • Joseph Bollag (Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Baden)
  • Sacha Wigdorowits (PR-Berater)
  • Patrick Müller (Chefredaktor «Schweiz am Sonntag»)

Sie haben die möglicherweise unerlaubten Aufnahmen des Gesprächs zwischen Müller und der Chatpartnerin weiterverbreitet, so der Vorwurf von Geri Müller. Hier sind noch keine Entscheide gefallen.

Was sagt der Presserat?

Offen ist auch, wie sich der Schweizer Presserat zum Fall äussern wird. Auch dort ist der Gerigate ein Thema. Hängig ist eine Beschwerde von Bundesparlamentariern gegen die Zeitung «Schweiz am Sonntag». Nach Ansicht der Politiker hat die Zeitung mit ihrer Berichterstattung die Privatsphäre von Geri Müller schwer verletzt. Der Presserat will seinen Entscheid in den nächsten Wochen publizieren.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Charles Halbeisen  (ch)
    Wurde eigentlich der Geri schon zu einer Strafe verdonnert wegen Missbrauchs von Amtsräumen als privates Erotikfoto-Studio?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Rolf Bolliger  (robo)
      Ausser einiger wenigen Wochen, in denen er das Stadtammann-Amt nicht mehr ausüben durfte, passierte dem Politiker Geri Müller bis heute nichts, Herr Halbeisen! Er gehört eben nicht zur SVP! Ich wäre nach einem solchen "peinlichen Sexspiel während meiner Arbeitszeit" längst über "alle Berge" ins Abseits verschwunden, Geri Müller aber, weis, dass er nirgends eine so attraktive Ersatz-Stelle bekommen würde!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Margot Helmers  (Margot Helmers)
      Bitte die Kirche im Dorf lassen! GM hat das am Sonntag nachmittag gemacht, andere betreten da niemals die Amtsstuben. Wieviel Mitarbeiter private Mails, SMS bearbeiten oder auf Sexseiten surfen während der Arbeitszeit? Gerne würde ich da auch mal Herr Halbeisen überprüfen auf seine stets 100% Linientreue. Und von der politisch motivierten Erpressung erwähnen Sie kein Wort. Eigenartiges Rechtsverständnis.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Rolf Bolliger  (robo)
      Mit einer klaren Antwort wollte ich Ihnen, Herr Halbeisen, eine Antwort geben! Diese wurde nicht aufgeschaltet! Darum noch einmal: Ausser einigen Wochen, wo Geri Müller sein Stadtammann-Amt nicht ausüben durfte, wurde er bis heute nicht bestraft! Er politisiert halt nicht bei der SVP! Er vertritt die "gute" links/grüne Seite der Politik! Diese "Seite" wird auch bei widerlichen Sexgeschichten kaum Nachteile erleiden müssen! Unabhängige Berichterstattung und Behandlung von Politiker? Wohl kaum!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Adrian Flükiger  (Ädu)
    Pünktlich zum Sommerloch hat sie uns wieder eingeholt, diese amüsante Schmierenkomödie. Himmeltraurig ist das Verhalten der Strippenzieher im Hintergrund, welche diese Frau für ihre Zwecke missbraucht haben. Die gehören sogar eingesperrt. Die haben nicht mal die Grösse, die Übung nun erstinstanzlich für die Frau zu beenden, indem sie die Busse und die aufgelaufenen Verfahrenskosten übernehmen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Max Blatter  (maxblatter)
      Oh, da bin ich nicht so sicher, ob sie nicht zu gegebener Zeit genau das tun werden. Natürlich ohne es öffentlich zu verkünden!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI  (Aetti)
    Ja es ist schon so, der Hund der vom Stein getroffen wird heult... nur der!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen