Gewalt gegen Beamte – was hilft?

Im Moment wird vor Gericht ein Fall mit einem Mann verhandelt, der eine Sozialarbeiterin in Kölliken angegriffen haben soll. Dies ist aber nicht der einzige solche Fall. In letzter Zeit gab es zum Beispiel auch in Spreitenbach und Fislisbach Fälle von Gewalt gegen Beamte.

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Gewalt gegen Beamte

3:17 min, aus Schweiz aktuell vom 24.3.2015

In Kölliken hat man bauliche Massnahmen umgesetzt, damit die Mitarbeiter besser geschützt seien, erklärt der Präsident des regionalen Sozialdienst Kölliken, André Dieffenbacher. So ist der Eingang mit einem Türknauf statt einer Türklinke. Wer jetzt rein will, muss läuten. Das Sekretariat kann dann mittels einer Kamera sehen, wer vor der Türe steht.

Rund 150 Anzeigen pro Jahr im Aargau

Es gibt jeden Tag Kontakt zwischen Klienten und Beamten: Auf der Sozialbehörde, aber auch auf dem Steueramt, dem Strassenverkehrsamt oder auch auf der Gemeindeverwaltung. Meistens verlaufen diese Kontakte problemlos. Etwa 150 Fälle von Gewalt und Drohungen kommen pro Jahr im Aargau zur Anzeige.

Es gibt verschiedene Gründe, wieso jemand zum Täter werde, erklärt Roland Pfister von der Kantonspolizei Aargau: «Die Leute sind emotional, sind meistens in einer finanziellen oder sozial schwierigen Situation. Oft steigern sie sich in etwas rein, dadurch wird die Situation noch schwieriger. Dann neigen sie zu Gewalt oder zu Drohungen. Oft sind sie sich auch nicht bewusst, was sie damit auslösen», erklärt Pfister.

Auch in Spreitenbach und in Fislisbach kam es zu massiven Drohungen gegen Angestellte von Gemeindeverwaltungen. In Fislisbach kam es in der Folge auch zu einer Verhaftung. Manolito Steiner kennt solche Situationen, er leitet die Fachstelle Personalsicherheit beim Kanton.

Immer das Gespräch mit dem Chef suchen

Er berät die verschiedenen Stellen beim Kanton, wie man mit Gewalt und Drohungen umgehen soll und was man tun kann, damit es gar nicht erst so weit kommt. «Ein verunsichernder Faktor sind oft die Drohschreiben. Die sind in der Regel sehr schwammig und doppeldeutig. Man weiss nicht, was man damit anfangen soll. Wenn jemand so etwas bekommt, kommen die Leute oft zu mir. Wir entscheiden dann gemeinsam wie es weitergehen soll.»

Für Manolito Steiner wie auch für Roland Pfister ist klar, dass betroffene Beamte immer das Gespräch mit Vorgesetzten, wenn nötig auch mit der Polizei suchen sollen, so dass man gemeinsam eine Lösung suchen kann.