Globalisierungskritik in Aarauer und Badener Theater

Zu viel Hektik, zu viel oder auch zu wenig Mobilität aber sicher zu viel Stress, so sieht der Alltag von vier Angestellten einer globalen Kommunikationsfirma aus. Ihre Porträts bilden den Kern des neuen Theaterstückes «Zersplittert», das am Mittwoch in der Aarauer Tuchlaube Premiere feiert.

Szene mit zwei Frauen und zwei Männern die auf einer Wartebank sitzen. Im Hintergrund an der Wand ein Countdown.

Bildlegende: Silke Geertz, Marianne Hamre, Ingo Ospelt, Herwig Ursin als vier Personen einer Produktionskette die sich nicht kennen. Andreas Zimmermann / ZVG

Das Stück «Zersplittert» ist eine Produktion der Aarauer Theatergruppe Marie. Es erzählt als Schweizer Erstaufführung die Geschichte von vier Personen, vier Arbeitsalltagen in vier Städten auf der ganzen Welt, Shanghai, Dakar, Bukarest und Lyon.

So verschieden die Orte und die Positionen der Protagonisten, so ähnlich sind ihre Alltagsprobleme. Alle leiden als Angestellte der gleichen international tätigen Firma unter der Globalisierung, wenn auch auf unterschiedliche Weise.

Pulverisiertes Privatleben

Da ist zum Beispiel der französische Qualitätsmanager, der bei seinen Flügen um den Globus auch mal vergisst, wo er sich gerade befindet. Dann gibt es aber auch die chinesische Arbeiterin, die am Fliessband unter scharfer Überwachung monotone Daueraufgaben erledigt.

Die Porträts zeigen, wie «der globalisierte Arbeitsmarkt das private Leben quasi pulverisiert», heisst es in der Beschreibung des Stückes. Regisseur Olivier Keller betont denn auch im Gespräch: «Durch diese Porträts kommt die Globalisierung auf die Theaterbühne.»

Auch mal Diskussionen zwischen Produzenten und Co-Produzenten

Verantwortlich für das Stück ist die Aarauer Theatergruppe Marie. Sie setzt die Geschichte der rumänsichen Autorin Alexandra Badea um. Als Co-Produzenten mit dabei sind zwei Theaterhäuser: Die Tuchlaube in Aarau und das Theater im Kornhas ThiK in Baden. Diese Dreierkonstellation lohne sich, sei aber nicht immer einfach, erzählt Regisseur Keller.

Drei Theatermacher und -macherinnen vertreten drei Meinungen, sagt Keller gegenüber Radio SRF. «Im Gespräch kommen dann natürlich auch mal unterschiedliche Meinungen zu Tage», das sei aber selten ein Problem, auch wenn es dann und wann zu hitzigen Diskussionen kommen kann.

Am Schluss zeige der Blick von aussen, welchen Tuchlaube und ThiK als erste Zuschauer hätten, stets Stärken und Schwächen eines Stücks auf. «Solche Zusammenarbeit lohnt sich immer», zeigt sich Oliver Keller zufrieden.